Beerdingungskosten: Darauf müssen sich Hinterbliebene einstellen

19. Oktober 2015

Inhaltsverzeichnis

    • Kosten für Bestatter, Friedhof und Steinmetz
  • Diese Kosten fallen bei einer Beerdigung an
  • Die Kosten für den Bestatter
  • Särge und Urnen
  • Totenbekleidung, Überführung und Aufbahrung
  • Traueranzeigen und Co.
  • Die Kosten für den Friedhof
  • Kosten für den Friedhofsgärtner
  • Kosten für den Steinmetz
  • Bestattungskosten reduzieren ohne Verlust an Pietät?
  • „Ihr Abfall – unsere Verantwortung“
  • Fazit

Kosten für Bestatter, Friedhof und Steinmetz

Sterbegeldversicherungen dienen zur Finanzierung der eigenen Beisetzung inklusive des gewünschten Rahmenprogramms. Doch welche Möglichkeiten zur Bestattung gibt es und welche Kosten sind damit verbunden? Wie kann die Familie auch über den Tod hinaus zusammengehalten werden? Gibt es so etwas wie „aktuelle Trends“ für das letzte Geleit“?

Diese Kosten fallen bei einer Beerdigung an

bullet_point_check Kosten für den Bestatter
bullet_point_check Kosten für den Friedhof (Friedhofsverwaltung)
bullet_point_check Kosten für friedhofsgärtnerische Leistungen
bullet_point_check Kosten für den Steinmetz

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Die Bestattungskosten setzen sich im Wesentlichen aus vier Komponenten zusammen, die wiederum jeweils maßgeblich von den individuellen Vorstellungen und dem Umfang der Ausführung abhängig sind. Zu ermitteln sind die Kosten für den Bestatter, die Friedhofsgebühren, die Kosten für den Friedhofsgärtner (hier sind relativ viele Eigenleistungen möglich) und die Kosten für den Steinmetz, der das Grabmal erstellt. Die in den folgenden Abschnitten genannten Preise und Preisspannen wurden einer Auflistung des Aeternitas Verein für Bestattungskultur e. V. entnommen.

Aeternitas weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich lediglich um eine Orientierung für ein individuelles Angebot vor Ort handelt und dass nicht alle Leistungen zwingend Bestandteil der Bestattung des Grabes sein müssen bzw. dass ein Teil der Leistungen auch durch die Angehörigen übernommen werden kann.

Die Kosten für den Bestatter

bestattungskosten

Der Bestatter stellt den Sarg – und zwar ganz unabhängig davon ob der Verstorbene eine Erd- oder eine Feuerbestattung erhält. Särge für Feuerbestattungen werden mitsamt dem Leichnam des Verstorbenen in einem Krematorium verbrannt und müssen dementsprechend den Krematiorumsvorschriften entsprechen. Es handelt sich üblicherweise um nicht verschraubte Särge aus einfachem Holz. Die Asche wird in einer Urne beigesetzt, wenn nicht See- oder Himmelbestattung gewünscht sind. Die Kosten für einen Sarg für Feuerbestattungen bewegen sich im Bereich von 300-800 €.

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Särge und Urnen

Särge für Erdbestattungen sind sehr viel aufwändiger verarbeitet. Darüber hinaus ist die qualitative und damit auch die preisliche Bandbreite sehr viel größer als bei Särgen für Feuerbestattungen. Günstige Erdsärge sind für ca. 300-1.500 € erhältlich und bestehen z. B. aus furniertem Kiefer, teurere Modelle sind aus Edelholz gefertigt und können durchaus 5.000-6.000 € kosten. Zusätzlich fallen ca. 50-150 € für Kissen, Decken und Polsterungen an.

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Die bei Feuerbestattungen notwendige Urne für die Asche des Verstorbenen ist abhängig von Material, Ausführung und Verzierung für ca. 60-800 € erhältlich. Mögliche Materialien sind Metall, Holz, Glas, Keramik oder Papier. Nicht alle Materialien sind auf allen Friedhöfen zugelassen. Wird eine individuelle Bearbeitung der Urne gewünscht (etwa durch eine Gravur), können die Kosten höher ausfallen.

Totenbekleidung, Überführung und Aufbahrung

Icon_Content_KonditionenEine durchschnittliche Totenbekleidung ist für ca. 60-160 € erhältlich, das Ankleiden des Verstorbenen durch den Bestatter kostet etwa 50-100 €. Es ist möglich, den Verstorbenen in bereits zu Lebzeiten getragener Kleidung zu bestatten. Auch das Ankleiden kann grundsätzlich durch Angehörige vorgenommen werden – sofern damit bislang keine Erfahrungen bestehen wird davon allerdings abgeraten. Sollen Hinterbliebene am offenen Sarg Abschied nehmen können, müssen ca. 50-100 € für die optische Aufbereitung des Leichnams veranschlagt werden. Die Aufbahrung in einer Trauerhalle kostet etwa 70-280 €.

Weitere Kosten fallen für die Überführung des Verstorbenen an – vom Ort des Ablebens (z. B. Krankenhaus oder Pflegeheim) zum Friedhof bzw. zunächst zum Krematorium. Innerörtliche Überfügungen schlagen zumeist mit ca. 50-250 € zu Buche. Der Leichnam muss bis zur Einäscherung bzw. Beisetzung gekühlt werden. Pro Tag fallen dafür ca. 30-50 €. Die Kühlung kann sowohl in Räumen des Bestatters als auch in den Kühlhallen der Friedhöfe erfolgen.

Traueranzeigen und Co.

Weitere Kosten fallen für die Information Dritter über den Tod und das „Rahmenprogramm“ der Beisetzung auf dem Friedhof an. Hier gilt ganz besonders, dass ein Teil der Leistungen auch in Eigenregie durchgeführt werden kann – dann sollten allerdings auch geeignete Helfende zur Verfügung stehen. Das gilt z. B. für Trauerbriefe, Traueranzeigen in der örtlichen Zeitung, einen Trauerredner oder begleitende musikalische Gestaltung.

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Die Kosten für den Friedhof

Icon_Content_GebuehrenDie meisten Friedhöfe in Deutschland befinden sich entweder in kommunaler Hand oder werden durch die Kirchen betrieben. Für Bestattungen erheben die Friedhofsverwaltungen diverse Gebühren, die sich regional und auch zwischen verschiedenen Friedhöfen deutlich unterscheiden. Tendenziell sind die Gebühren in großen Städten höher als auf dem Land.

Wie hoch die Entgelte ausfallen richtet sich auch nach der Art der Grabstätte. Zu unterscheiden ist diesbezüglich zwischen Erdreihengräbern, Erdwahlgräbern, Urnenreihengräbern, Urnenwahlgräbern, Urnengemeinschaftsgräbern, anonymen Urnengräbern und Baumbestattungsgräbern. Der Aeternitas Verein für Bestattungskultur hat eine Datenbank mit den Gebührensätzen von mehr als 1.000 Friedhöfen entwickelt. Die Angaben des Vereins bilden wiederum die Grundlage für die in den folgenden Abschnitten dargestellten Kosten, die sich als tendenzielle Bandbreite verstehen.

Demnach verlangen Friedhöfe zum Stichtag 31.12.12 für die Bestattung in einem Erdreihengrab zwischen 684 und 2.337 €, für die Bestattung in einem Erdwahlgrab 930-3.210 € und für Urnenreihengräber 359-1.384 €. Die Bandbreite der Friedhofsgebühren für Urnenwahlgräber reichte von 516- 1.961 €, Urnengemeinschaftsgräber kosteten 450-2.632 €, anonyme Urnengräber 320 bis 1.311 € und Baumbestattungsgräber 670-2.676 €.

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Kosten für den Friedhofsgärtner

Icon_Content_MarktausblickIn der Gebühr für die Grabnutzung sind keine Leistungen der Friedhofsgärtnerei enthalten. Die Kosten für eine Grabneuanlage reichen von ca. 150 € für ein günstiges Urnengrab bis hin zu 800 € Erdwahlgrab. Dieselben kosten können für eine Neuanlage des Grabes – die häufig nach zehn Jahren vorgenommen wird – erneut anfallen. Nach zehn Jahren müssen zudem häufiger Absenkungen ausgeglichen werden. Die Höhe der laufenden Gebühren für die Friedhofsgärtner richtet sich nach dem Pflegeintervall.

Wird eine monatliche Grabpflege vereinbart, fallen für Urnengräber knapp 100 €, für Erdwahlgräber gut 200 € pro Jahr an. Auch kürzere und längere Intervalle sind möglich. Vor allem in den Sommermonaten kann die Bewässerung sehr viel häufiger notwendig sein – dies muss dann ggf. in Eigenleistung erbracht werden. Prinzipiell kann die gesamte gärtnerische Grabpflege selbst übernommen werden. Es ist keinesfalls notwendig, bereits kurz nach dem Trauerfall langfristige Entscheidungen dafür zu treffen. Auch zu einem späteren Zeitpunkt kann die Friedhofsgärtnerei noch mit der Übernahme der Grabpflegearbeiten beauftragt werden.

Kosten für den Steinmetz

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Auch die Kosten für das Grabmal, das durch einen Steinmetz erstellt wird, richten sich nach der Art der Ausführung und insbesondere nach Material und Größe. Die Kosten für ein durchschnittliches Grabmal ohne Beschriftung reichen von 300-5.000 €. Zusätzliche Kosten fallen für die Beschriftung an – je nach Ausführung etwa 5-25 € pro Buchstabe. Das Aufstellen des Grabmals schlägt mit 150-600 €, eine Grabeinfassung mit 150-700 € zu Buche. Wird nach einigen Jahren die Grabeinfassung erneuert und damit die Standfestigkeit für weitere Jahre gewährleistet, fallen dafür weitere ca. 450-700 € an.

Bestattungskosten reduzieren ohne Verlust an Pietät?

Icon_Content_ZielgruppeIn den vergangenen Jahren sind mehrfach Meldungen über so genannte „Billigbestatter“ aufgetaucht. Diese Anbieter werben mit Bestattungen zu Preisen unter 500 € und damit einem Bruchteil dessen, was eine Beerdigung nach Minimalstandards in Deutschland eigentlich kostet. Die meisten dieser Anbieter nehmen die Beerdigung bzw. Kremierung der Verstorbenen im Ausland vor – z. B. in Polen oder Tschechien.

Das österreichische Trauerportal Aspetos berichtete vor einigen Jahren kritisch über Bestattungsreisen ins Ausland zum Zwecke der Kostensenkung.

„Eine Bestattung kann schnell einmal ein paar Tausend Euro kosten, nicht jeder kann oder will sich das leisten. Darauf reagieren Billig-Bestatter mit fragwürdigen Methoden, etwa Bestattungsreisen ins Ausland, beispielsweise nach Tschechien. Die Besucher werden in diesem Fall per Bus ins tschechische Krematorium gefahren, dort können sie sich mit dem Ablauf vertraut machen und hinter die Kulissen schauen. Auf dem Rückweg werden ähnlich wie bei einer Kaffeefahrt Prospekte verteilt, in denen die gesamten Kosten für die Kremierung aufgelistet sind. Im Anschluss kann nach Bedarf gleich ein Vertrag abgeschlossen werden.

Günstiger wird die Beerdigung, wenn die Urne gleich neben dem Krematorium in die Erde gebracht wird. Hier gibt es zudem ein besonderes, in Deutschland zu Recht verbotenes, Angebot: Die Asche kann in eine Rakete gefüllt werden, die gezündet am Himmel explodiert und die Asche so in alle Himmelsrichtungen verstreut.“

In dem Beitrag wurde auch an einen Vorfall aus dem Jahr 2012 erinnert: Damals entdeckte die Polizei in einem polnischen Waldstück ein Dutzend Leichen. Wie sich nach einigen Ermittlungen herausstellte, stammten diese von einem Bestattungsinstitut aus dem Raum Berlin, das Billigbestattungen in Osteuropa durchführt.

Natürlich bedeutet eine Bestattung im Ausland nicht zwingend, dass die Pietät auf der Strecke bleibt. Das ist insbesondere der Fall wenn der Verstorbene eine Beziehung zu dem Land seiner Bestattung aufweist und etwa als Vertriebener im heutigen Polen oder Tschechien bestattet wird. Wirbt ein Bestattungsinstitut jedoch primär mit niedrigen Preisen, ist auch ein eingeschränkter Leistungsumfang wahrscheinlich.

„Ihr Abfall – unsere Verantwortung“

Icon_Content_Wechsel_UmzugHinterbliebene, die die Kosten für eine Bestattung so gering wie möglich halten möchten sollten erstens die verschiedenen Bestattungsvarianten miteinander vergleichen und zweitens Kostenvoranschläge von mehreren Anbietern einholen. Die Kosten anonyme Urnenbestattungen oder die Bestattung in einem bescheidenen Urnengrab halten sich auch unter Wahrung der gebotenen Pietät in Grenzen.

Mitunter werden Angehörige ganz ohne eigenes Verschulden mit einem Mangel an Pietät konfrontiert. So geschehen in der bayrischen Landeshauptstadt München. Die Stadt hatte die Briefumschläge öffentlicher Post als Werbeplatz entdeckt. Gebucht wurde dieser unter anderem von einem Müllabfuhrbetrieb. Hinterbliebene von Verstorbenen erhielten daraufhin Rechnungen der kommunalen Friedhöfe mit dem Werbeslogan „Ihr Abfall, unsere Verantwortung“.

Fazit

Icon_Content_FazitBei Beerdigungen fallen Kosten für den Bestatter, den Friedhof, den Gärtner und den Steinmetz an. Die Höhe der Kosten richtet sich nach dem Ort der Bestattung (Städte sind teurer als das Land), der Art des Grabes (Erdwahlgräber sind teurer als anonyme Urnengräber) und dem Rahmenprogramm. Neben einmaligen Kosten fallen nach der Beerdigung auch laufende Kosten für den Gärtner und die Instandsetzung des Grabes an. Die Kosten lassen sich durch Eigenleistungen, die Wahl einer bescheidenen Grabstätte und den Vergleich unterschiedlicher Bestatter und Friedhöfe reduzieren. „Billigbestattungen“ im Ausland scheinen bislang nur mit einem Mangel an der gebotenen Pietät möglich.

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