Über den eigenen Tod hinaus: Ist eine Bestattungsversicherung sinnvoll?

19. Oktober 2015

Inhaltsverzeichnis

  • Die Angehörigen sind schneller geschützt als bei einfachen Sparplänen
  • Wann lohnt sich eine Bestattungsversicherung?
  • Eine Bestattungsversicherung zahlt, wenn der Versicherungsnehmer stirbt
  • Teurer als Banksparplan – dafür schneller Versicherungsschutz
  • Übliche Summen, Laufzeiten und Versicherungsbedingungen
  • Pflegebedürftigkeit kann die finanzielle Ruhestandsplanung über den Haufen werfen
  • Ansprüche aus der Versicherung vor Pfändung und Anrechnung schützen möglich
  • Mögliche Option: Bestattungsversicherung gegen Einmalzahlung mit 3,5% Rechnungszins
  • Fazit

Die Angehörigen sind schneller geschützt als bei einfachen Sparplänen

Mit einer Bestattungsversicherung lassen sich die Angehörigen gegen hohe Kosten für Beisetzung und Grabpflege schützen. Der größte Vorteil im Vergleich zu einem Banksparplan besteht in dem sofort oder nach überschaubarer Zeit bestehenden Schutz in Höhe der Versicherungssumme. Ob eine Bestattungsversicherung sinnvoll ist, hängt nicht zuletzt vom Lebensalter und den sonstigen finanziellen Verhältnissen ab. 

Wann lohnt sich eine Bestattungsversicherung?

bullet_point_check Police schützt Angehörige sofort bzw. nach kurzer Wartezeit
bullet_point_check Sparpläne erreichen erst nach vielen Jahren die Deckungssumme
bullet_point_check Reicht die Erbmasse in jedem Fall für die Kosten der Beisetzung aus, sind die Policen nicht notwendig
bullet_point_check Pflegebedürftigkeit kann aus vermeintlich wohlhabenden Ruheständlern Sozialfälle machen
bullet_point_check Die Ansprüche aus einer Bestattungsversicherung lassen sich gut gegen Zugriff durch Gläubiger und Sozialbehörden schützen

Das letzte Geleit ist kostenlos – aber nur für den Verstorbenen. Die Erben sind zur Übernahme der Kosten für Sarg, Überführung, Grabmal und Beisetzung gesetzlich verpflichtet. Reicht die Erbmasse nicht aus, müssen die Erben aus eigener Tasche zahlen. Wird das Erbe ausgeschlagen, nimmt der Gesetzgeber die nächsten Angehörigen in die Pflicht. Selbst eine auf das Notwendigste beschränkte Bestattung kostet dann leicht 4.000 €.

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Eine Bestattungsversicherung zahlt, wenn der Versicherungsnehmer stirbt

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Das Leistungsprofil einer Bestattungsversicherung ist schnell erklärt: Die vereinbarte Versicherungssumme wird ausgezahlt, wenn der Versicherungsnehmer verstirbt. Mit der Versicherungssumme können die Angehörigen die Kosten für die Bestattung des Verstorbenen abdecken. Je nach Ort und Ausführung kostet eine Bestattung zwischen ca. 3.000 € und 8.000 €, in Einzelfällen können die Kosten  darüber legen. Zusätzlich fallen Kosten für die laufende Grabpflege an, sofern diese nicht durch die Angehörigen selbst vorgenommen wird.

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Teurer als Banksparplan – dafür schneller Versicherungsschutz

Versicherungsnehmer zahlen monatlich, vierteljährlich oder jährlich einen festgelegten Betrag an die Versicherung und entlasten dadurch ihre Angehörigen. Kritiker der Bestattungsversicherung wenden ein, dass der für die Beisetzung notwendigen Geldbetrag auch im Rahmen einfacher Banksparpläne angespart werden könnte. In der Tat entfallen dann die Kosten für den Risikoschutz des Versicherungsnehmers und die Verwaltungskosten des Lebensversicherers.

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Die Kritik übersieht aber einen wichtigen Punkt: Nach dem Abschluss der Bestattungsversicherung besteht entweder sofort oder nach Ablauf einer überschaubaren Wartezeit der vollständige Versicherungsschutz. Werden stattdessen monatlich kleinere Beträge auf einem Sparkonto angesammelt, dauert es viele Jahre bis sich mit dem Ersparten die Gesamtkosten einer Bestattung abdecken lassen. Die höheren Kosten einer Bestattungsversicherung sind damit der Preis für den sofort erworbenen Risikoschutz. Allein darauf lässt sich substantielle Kritik kaum gründen: Risikoversicherungen gehören auch in anderen Bereichen zum Standardrepertoire für vorsichtige Verbraucher.

Übliche Summen, Laufzeiten und Versicherungsbedingungen

Icon_Content_KonditionenDie meisten Bestattungsversicherungen werden im Mantel von Lebensversicherungen  angeboten, nur ein kleinerer Teil entfällt auf Krankenversicherer. Marktüblich sind Versicherungssummen von ca. 2500-20.000 €, wobei das Gros der Policen mit Versicherungssummen im Bereich von ca. 4000 bis ca. 9000 € abgeschlossen wird.

Die Verträge und damit auch der Risikoschutz gelten grundsätzlich ein Leben lang. Die meisten Versicherer sehen jedoch eine Beitragsfreistellung ab dem 85 Lebensjahr vor – einige auche zum 70. oder 75. Lebensjahr. Ab diesem Zeitpunkt besteht der Versicherungsschutz ohne laufende Einzahlung des Versicherungsnehmers. Die Tarife sind üblicherweise so kalkuliert, dass zum Zeitpunkt der Beitragsfreistellung die gesamte Versicherungssumme als Vertragsguthaben zur Verfügung steht.

Die Versicherungsbedingungen entsprechen weitgehend denen einer Risikolebensversicherung – von der lebenslangen Versicherungsdauer einmal abgesehen. Im Vergleich verschiedener Produkte sind insbesondere die Gesundheitsfragen und Wartezeiten zu berücksichtigen. Viele Versicherer verlangen von Neukunden Auskunft über den Gesundheitszustand bzw. das Vorliegen bestimmter Diagnosen.

Bestattungsversicherungen mit Gesundheitsfragen können mit Wartezeiten verbunden sein, Policen ohne Gesundheitsfragen sind es immer. Wird eine Wartezeit vereinbart, erhält der Versicherungsnehmer bei Eintritt des Versicherungsfalls während dieser Zeit nicht die Versicherungssumme, sondern lediglich die bis zu diesem Zeitpunkt eingezahlten Beiträge. Marktübliche Wartezeiten reichen von 6-60 Monaten.

Die Versicherungen können durch den Versicherungsnehmer jederzeit gekündigt werden. Versicherungsnehmer erhalten dann den um verschiedene Abzüge von bis zu 20 % gekürzten Rückkaufswert. Vor allem wenn zwischen Vertragsabschluss und dem Ableben des Versicherungsnehmers eine längere Zeitspanne vergeht, übersteigt die Ablaufleistung der Versicherung durch die laufende Überschussbeteiligung den Schlussbonus die anfänglich vereinbarte Versicherungssumme mehr oder weniger deutlich. Etwas anderes gilt, wenn die sofortige Verrechnung der Überschussanteile mit den laufenden Prämien vereinbart wurde.

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Pflegebedürftigkeit kann die finanzielle Ruhestandsplanung über den Haufen werfen

Icon_Content_VergleichDer Risikoschutz einer Bestattungsversicherung ist grundsätzlich überflüssig, wenn die Kosten der eigenen Beisetzung ganz sicher aus der Erbmasse bedient werden können. Ob dies der Fall ist, lässt sich in der Zeit um den Eintritt in den Ruhestand herum jedoch kaum absehen. Viele anfänglich wohlhabende Ruheständler enden als wirtschaftlicher Sozialfall, wenn Pflegebedürftigkeit eintritt und diese nicht angemessen versichert ist. Für Rentner ohne Pflegezusatzversicherung ist deshalb fast immer eine Bestattungsversicherung sinnvoll.

Wird aus gesundheitlichen Gründen eine stationäre Pflege notwendig und besteht lediglich der Schutz der gesetzlichen Pflegeversicherung, kommt es regelmäßig zu einer Deckungslücke von einigen hundert bis hin zu einigen tausend Euro pro Monat (!). Abhängig von der individuellen Situation kann auch ein einst ansehnliches Vermögen inklusive Eigenheim und Bankguthaben bis zum Tod aufgezehrt werden – denn erst nach dem Einsatz des gesamten Privatvermögens übernimmt das Sozialamt die Kosten für die Pflege.

Ansprüche aus der Versicherung vor Pfändung und Anrechnung schützen möglich

Die Ansprüche gegen eine Bestattungsversicherung sind bis zu einer Höhe von knapp 4000 € nahezu unpfändbar. Das hat unter anderem der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil vor einigen Jahren entschieden. Auch größere Summen lassen sich gegen Pfändung und Anrechnung durch Sozialbehörden schützen – etwa in dem eine dritte Person unwiderruflich als Begünstigter eingetragen oder ein Bestattungsvertrag inklusive Treuhandkonto abgeschlossen wird.

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Wird in der Bestattungsversicherung keine dritte Person als Begünstigter angegeben, fließt die Versicherungssumme nach Eintritt des Versicherungsfalls in die Erbmasse des Versicherungsnehmers. Das ist zunächst unproblematisch, da die Kosten der Beisetzung laut Gesetz ohnehin aus der Erbmasse bestritten werden müssen. Der detaillierte Ablauf der Bestattung inklusive dem Ort und der Beschaffenheit des Grabes können auf Wunsch in einer Bestattungsverfügung festgelegt werden. Das gilt unabhängig davon, ob eine Versicherung abgeschlossen wird oder nicht.

Mögliche Option: Bestattungsversicherung gegen Einmalzahlung mit 3,5% Rechnungszins

Icon_Content_GebuehrenZur Hauptzielgruppe von Sterbegeldversicherungen zählen Senioren mit geringem Einkommen und Vermögen, die ihre Angehörigen vor den Kosten ihrer Bestattung schützen möchten. Auch Senioren mit komfortablem Finanzpolster können jedoch mit einzelnen Versicherungen ein gutes Geschäft machen. Das gilt insbesondere für Bestattungsversicherungen von Krankenversicherern gegen Einmalzahlung.

Hier wird nahezu die gesamte Versicherungssumme in einem Betrag eingezahlt, so dass die Kosten für den Risikoschutz drastisch sinken. Die tatsächliche Ablaufleistung übersteigt die Versicherungssumme dann umso weiter, je länger der Versicherungsnehmer lebt. Im Fall der Krankenversicherer gilt ein mit 3,5 % ausgesprochen attraktiver Rechnungszins, der die Renditen sicherer Geldanlagen deutlich übersteigt. Um eine klassische Geldanlage für Vorhaben zu Lebzeiten handelt es sich jedoch nicht, da bei der Kündigung ohne Todesfall recht hohe Kosten anfallen.

Fazit

Icon_Content_FazitEine Bestattungsversicherung lohnt sich, wenn die Kosten für die eigene Beisetzung nicht mit einhundertprozentiger  Sicherheit aus der Erbmasse gedeckt werden können. Ohne hinreichende Erbmasse fallen die Kosten den Hinterbliebenen zur Last, die dann nicht nur seelisch, sondern auch finanziell leiden müssen. Ein großer Vorteil gegenüber Sparplänen besteht in dem sofort bzw. nach kurzer Wartezeit beginnen Versicherungsschutz, den konventionelle Sparpläne nicht bieten können. Deshalb sind die Kosten für den Risikoschutz durchaus gerechtfertigt.

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