Bestattungsvorsorge: Auch der letzte Weg will gut geplant sein

19. Oktober 2015

Inhaltsverzeichnis

  • Bestattungsvorsorge: Auch der letzte Weg will gut geplant sein
  • Bestattungsvorsorge: Die letzte Ehre richtig planen
  • Eine Bestattung kostet leicht 5.000 € und mehr
  • Den Kosten der Beisetzung folgen Kosten für die Grabpflege
  • Die Erben und Angehörigen sind zur Übernahme der Kosten verpflichtet
  • Regelungen zur Bestattung im Testament sind nicht immer rechtzeitig bekannt
  • Bestattungsverfügung ermöglicht Durchführung nach Plan
  • Bestattungsverfügung ermöglicht Durchführung nach Plan
    • Möglicher Inhalt einer Bestattungsverfügung
  • Seelische Entlastung für die Angehörigen
  • Sterbegeldversicherung: Finanzielle Entlastung für die Angehörigen
  • Treuhandkonten für Bestattungsinstitute
  • Fazit

Bestattungsvorsorge: Auch der letzte Weg will gut geplant sein

Das letzte Geleit noch zu Lebzeiten nach den eigenen Vorstellungen planen und die Angehörigen von den hohen Kosten einer Bestattung befreien: Mit einer gut geplanten Bestattungsvorsorge lässt sich dieser „allerletzte“ Wille umsetzen. Neben einer Sterbegeldversicherung mit ausreichender Deckung kann dazu eine Beerdigungsverfügung nebst Vorsorgevertrag für die Grabpflege in Betracht kommen.

Bestattungsvorsorge: Die letzte Ehre richtig planen

bullet_point_check Sterbegeldversicherung entlastet Angehörige von den Kosten der Beisetzung
bullet_point_check Ablauf der Bestattung kann in Bestattungsverfügung geregelt werden
bullet_point_check Regelungen im Testament greifen in der Kürze der Zeit nicht immer
bullet_point_check Eine Bestattung kostet zwischen 3.000 € und 15.000 €
bullet_point_check Die treuhänderische Verwahrung zweckgebundener Gelder ist eine Alternative

Die „letzte Ehre“ kommt Angehörige teuer zu stehen: Je nach Art und Ort der Beisetzung fallen Kosten von ca. 3.000 bis ca. 15.000 € an, die grundsätzlich aus der Erbmasse des Verstorbenen bestritten und bei nicht ausreichendem Vermögen oder fehlenden Erben durch Verwandte aufgebracht werden müssen.

Monuta Sterbegeldversicherung beantragen

Eine Bestattung kostet leicht 5.000 € und mehr

bestattungskosten

 

Die Kosten für eine Bestattung bewegen sich je nach Schätzung und Ausführung im Bereich von ca. 3500 € aufwärts. Die Stiftung Warentest schätzte die Gesamtkosten für Bestatter, Friedhof und Grabpflege in einem im März 2013 erschienen Spezialheft auf 3.340-8.590 €. Selbst bei der günstigsten Bestattungsform fielen demnach 1750 € für Bestatter und weitere Fremdleistungen  sowie ca. 1600 € Friedhofsgebühren an. Der Anspruch an eine pietätsvolle Bestattung sowie die gesetzlichen Bestimmungen begrenzen das Einsparpotenzial.

Unser großer Sterbegeld Anbieter Vergleich

Den Kosten der Beisetzung folgen Kosten für die Grabpflege

In den Kosten sind die Gebühren für die Grabpflege noch gar nicht enthalten. Selbstverständlich können Angehörige die Gräber von Verstorbenen selbst pflegen und durch regelmäßiges Gießen, Austausch der Bepflanzung etc. das erforderliche Bild der Grabstätte darstellen. Sofern dies aus zeitlichen oder gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, muss die Friedhofsgärtnerei mit der Durchführung dieser Arbeiten beauftragt werden.

Wird ein Grab wöchentlich gepflegt, fallen je nach Größe ca. 200-600 € pro Jahr dafür an. Darüber hinaus beziehen sich die durch die Stiftung Warentest angesetzten Grabnutzungsgebühren auf ein Erdwallgrab mit 20 Jahren Nutzungsdauer. Nach Ablauf dieser 20 Jahre müssen erneut Gebühren entrichtet werden, wenn die Auflassung des Grabes verhindert werden soll.

monuta_gestaltungstipps

Die Erben und Angehörigen sind zur Übernahme der Kosten verpflichtet

Die Hoffnung auf staatliche Hilfe bei den Beisetzungskosten erweist sich in aller Regel als unbegründet. Das Gesetz regelt die Reihenfolge der Haftung für die Bestattungskosten. Die Kosten werden aus der Erbmasse des verstorbenen entrichtet. Reicht diese nicht aus um alle Kosten abzudecken, müssen die Erben gemeinschaftlich für die Kosten aufkommen. Sind keine Erben vorhanden bzw. wird das Erbe aus Angst vor den Kosten ausgeschlagen, gilt  die öffentlich-rechtliche Bestattungspflicht. Diese zieht nahe Angehörige zur Übernahme der Kosten heran – wer dem Verstorbenen gegenüber prinzipiell zu Unterhaltsleistungen verpflichtet ist, muss zahlen. Das betrifft insbesondere die eigenen Kinder.

Monuta Sterbegeldversicherung beantragen

Regelungen zur Bestattung im Testament sind nicht immer rechtzeitig bekannt

Icon_Content_ZielgruppeWer für seine eigene Bestattung konkrete Vorstellungen hat, sollte diese bereits zu Lebzeiten festhalten. Es bietet sich darüber hinaus an, eine bestimmte Person mit der Durchführung der Beisetzung zu beauftragen. Diese Person gibt die entsprechenden Leistungen beim Bestattungsinstitut, dem Friedhof und weiteren Anbietern Auftrag und überwacht die ordnungsgemäße Ausführung.

Das Testament ist für solche Verfügungen gänzlich ungeeignet. Die Bestattung erfolgt zeitnah nach dem Ableben. Zu diesem Zeitpunkt ist das Testament in aller Regel noch gar nicht eröffnet. Sind die persönlichen Wünsche zur Beisetzung den entscheidenden Personen zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt, ändert auch das Testament daran nichts. Nachträgliche Änderungen sind naturgemäß unmöglich. Bestattungsverfügungen eignen sich zu diesen Zwecken deshalb besser.

Bestattungsverfügung ermöglicht Durchführung nach Plan

Mit einer Bestattungsverfügung kann eine prinzipiell beliebige Person mit der Durchführung der Bestattung nach den Wünschen des Verstorbenen beauftragt werden. Es muss sich bei dieser Person nicht um einen Erben handeln. An der Pflicht zur Kostenübernahme der Erben bzw. aus der Erbmasse ändert sich dabei nichts. Auf diese Möglichkeit weist unter anderem das Portal www.anwalt.de in einem Kurzbeitrag zum Thema Bestattungsverfügung hin.

monuta_bestattungsplanung

Juristisch betrachtet handelt es sich bei einer Bestattungsverfügung um eine Willenserklärung des Verstorbenen, die zu Lebzeiten abgegeben wird und für die Zeit nach dem Tod gilt. In der Verfügung wird festgehalten, wie mit dem Leichnam verfahren werden soll. Bestattungsverfügungen bedürfen keiner besonderen Form und können prinzipiell auch in Eigenregie erstellt werden. Bei Bedarf können Rechtsanwälte, Notare oder Bestatter bei der Erstellung helfen. Die Verfügung kann zu Lebzeiten jederzeit geändert oder aufgehoben werden. Wird nicht durch eine Vollmacht eine dritte Person benannt, richtet sich die Verfügung an die Totenfürsorgepflichtigen.

Bestattungsverfügung ermöglicht Durchführung nach Plan

Icon_Content_ChecklisteAuch wenn das deutsche Recht gesonderte Formvorschriften für Bestattungsverfügungen nicht vorsieht müssen bestimmte Grundsätze beachtet werden. Insbesondere muss ein Dokument eindeutig dem Verstorbenen zuzurechnen sein. Dieser sollte es deshalb mindestens unterschreiben, besser jedoch vollständig von Hand verfassen. Auch Name, Anschrift und Geburtsdatum sollten vermerkt werden. Schon aus der Überschrift des Dokuments sollte hervorgehen, welcher Zweck verfolgt wird. Als Überschrift bietet sich zum Beispiel „Bestattungsverfügung“ an.

Möglicher Inhalt einer Bestattungsverfügung

Icon_Content_KonditionenMit der Bestattungsverfügung werden Art und Ort der gewünschten Bestattung festgelegt. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass eine zum Zeitpunkt der Erstellung der Verfügung verfügbare Grabstelle zum Zeitpunkt des Todes möglicherweise nicht mehr zur Verfügung steht. Deshalb sollten dafür bereits Alternativen genannt werden. Ebenso sollte eine Person genannt werden, die bei Unklarheiten Entscheidungen trifft. Im Rahmen der Verfügung sollten Hinterbliebene auf bestehende Vorsorgeverträge wie zum Beispiel Sterbegeldversicherungen und den Aufenthaltsort von Testament, Familienstammbuch etc. aufmerksam gemacht werden.

Mit der Verfügung kann bestimmt werden, ob eine Erd- oder eine Feuerbestattung gewünscht ist. Ebenso lässt sich die Überführung des Leichnams an einen gänzlich anderen Ort beauftragen. Dies wird zum Beispiel von einigen Vertriebenen in Anspruch genommen. Auch die Details der Feier im Anschluss an die Bestattung können bis ins Detail (zum Beispiel der Liste der einzelnen Person) geregelt werden.

Seelische Entlastung für die Angehörigen

Mit einer Bestattungsverfügung werden die Angehörigen seelisch entlastet. Entscheidungen über Art und Ort der Beisetzung verlangen nahen Angehörigen nicht nur aufgrund der Kürze der Zeit viel ab. Erfahrungsgemäß fürchten sich viele Hinterbliebene davor, nicht im Sinne des Verstorbenen zu handeln und zum Beispiel einen falschen Friedhof oder die falsche Bestattungsmethode zu wählen. Je mehr Fragen zu Lebzeiten geklärt werden, desto weniger Fragen können hinter die Angehörigen quälen.

trauerfall-checklist

Eine möglichst ausführliche Bestattungsverfügung mit möglichst konkreten Angaben zu den eigenen Wünschen ohne quälenden Interpretationsspielraum ist deshalb ein Dienst an der eigenen Familie. Viele Betroffene scheuen das offene Gespräch über die eigenen Bestattungswünsche, obgleich auch dabei wichtige Fragen geklärt werden könnten. Der eigene Tod ist jedoch kein angenehmes Gesprächsthema, so dass eine parallel zum gewöhnlichen Leben erstellte Verfügung eine einfachere Lösung darstellen kann.

Sterbegeldversicherung: Finanzielle Entlastung für die Angehörigen

Icon_Content_vorlage_musterWer bestellt, bezahlt auch. Diese Regel sollte auch über den eigenen Tod hinaus gelten. Jedenfalls werden die Wenigsten eine aufwändige und kostenintensive Bestattung für sich selbst verlangen, wenn die Kosten dafür zulasten der womöglich selbst wenig betuchten Angehörigen gehen müssten. Ein zentraler Bestandteil einer gelungenen Bestattungsvorsorge ist deshalb eine Sterbegeldversicherung, die die Angehörigen von den Kosten der Beisetzung entlastet.

Die Versicherungssumme sollte so gewählt werden, dass die anzunehmenden Kosten nebst eines kalkulatorischen Sicherheitspuffers auf jeden Fall aus der Ablaufleistung der Police gedeckt werden können. Versicherungsnehmer sollten auf die sofortige Beitragsverrechnung verzichten und etwas höhere Zahlbeiträge in Kauf nehmen. Im Gegenzug steigt die Versicherungssumme jährlich durch die laufende Überschussbeteiligung, was Inflationsrisiken und damit einer faktischen Unterversicherung zulasten der Angehörigen entgegenwirkt.

Treuhandkonten für Bestattungsinstitute

Icon_Content_gesetzlichWird eine nicht den Erben zuzurechnende Person mit der Durchführung der Bestattung beauftragt, müssen die Kosten dennoch durch die Erben beglichen werden. Dies regelt § 1968 BGB unmissverständlich. Es ist deshalb nicht zwingend notwendig, die mit der Durchführung beauftragte dritte Person als Begünstigten der Sterbegeldversicherung eintragen zu lassen.

Bei der mit der Durchführung beauftragten Person kann es sich auch um ein Bestattungsinstitut handeln. Wird diese Möglichkeit gewählt, wird dem Institut der zur Durchführung notwendige Geldbetrag in der Regel vorab ausgehändigt. Zur Absicherung dieser zweckgebundenen Gelder bieten sich Treuhandlösungen wie zum Beispiel solche der deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG an. Diese gehört zum Bundesverband Deutscher Bestatter und agiert als Treuhänderin zwischen einem Bestattungsunternehmen und dem Verstorbenen. Nach dem Tod wird der auf dem Treuhandkonto angelegte Betrag an den Bestatter ausgezahlt. Angehörige sollten über solche Konstruktionen unbedingt in Kenntnis gesetzt werden. Die Einzahlung auf ein Treuhandkonto schützt das Guthaben darüber hinaus vor dem Zugriff durch Gläubiger oder die Sozialbehörden.

Fazit

Icon_Content_FazitZur Bestattungsvorsorge gehört mehr als eine Sterbegeldversicherung. Während diese ebenso wie zweckgebundene Sparguthaben die Kosten der eigenen Beisetzung zuverlässig abdecken sollte, können die Angehörigen mit einer Bestattungsverfügung auch seelisch und mental von vielen Lasten befreit werden. In der Verfügung kann detailliert festgehalten werden, welche Bestattung gewünscht ist – von der Auswahl des Friedhofs bis zur Festlegung der Gästeliste. Mit der Durchführung der Beisetzung können auch dritte Personen außerhalb der Erben beauftragt werden, bei denen es sich auch um Bestattungsinstitute handeln kann.

Monuta Sterbegeldversicherung beantragen