Sterbegeld gesetzliche Krankenkasse: Das war einmal…

19. Oktober 2015

Inhaltsverzeichnis

    • …aber es gibt andere Geldquellen
  • Sterbegeld gesetzliche Krankenkasse und andere Versicherungen
  • Sterbegeld ist in der gesetzlichen Krankenkasse seit 2003 Vergangenheit
  • Bei Unfalltod besteht Anspruch auf Sterbegeld gegen die gesetzliche Unfallversicherung
  • Private Unfallversicherungen sehen eine Todesfallleistung vor
  • Das „Sterbevierteljahr“ in der gesetzlichen Rentenversicherung
  • Sterbegeld von berufsständischen Versorgungswerken
  • Betriebliches Sterbegeld
  • Fazit

…aber es gibt andere Geldquellen

Mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung wurde das Sterbegeld im öffentlichen Gesundheitssektor im Jahr 2004 abgeschafft. Auch private Krankenversicherungen zahlen kein Sterbegeld. Dafür können Ansprüche gegen die gesetzliche Unfallversicherung bestehen. Zudem werden Angehörige durch das Sterbevierteljahr der gesetzlichen Rentenversicherung und Einmalzahlungen aus berufsständischen Versorgungswerken bei den Bestattungskosten unterstützt.

Sterbegeld gesetzliche Krankenkasse und andere Versicherungen

bullet_point_check Die gesetzliche Krankenkasse zahlt seit 2004 kein Sterbegeld mehr
bullet_point_check Es können Ansprüche gegen die gesetzliche Unfallversicherung bestehen
bullet_point_check Die PKV zahlt kein Sterbegeld, da Tod kein versichertes Risiko ist
bullet_point_check Private Unfallversicherungen sehen fast immer eine Todesfallleistung vor
bullet_point_check In der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es das „Sterbevierteljahr“
bullet_point_check Berufsständische Versorgungswerke können Sterbegeld vorsehen
bullet_point_check Ansprüche aus der betrieblichen Altersvorsorge sind möglich

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Sterbegeld ist in der gesetzlichen Krankenkasse seit 2003 Vergangenheit

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Seit dem Inkrafttreten des durch die damalige rot-grüne Bundesregierung verabschiedeten Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung zum 01.01.2004 erhalten Mitglieder der GKV kein Sterbegeld mehr. Zuvor belief sich die Leistung auf 525 € beim Tod eines Mitglieds und 262,50 € beim Tod eines über die Familienversicherung mitversicherten Angehörigen.

Die Höhe der mittlerweile abgeschafften Leistungen macht deutlich, dass der Zusammenhang zwischen dem vergrößerten Angebot der Versicherungswirtschaft und den gesetzlichen Änderungen in der medialen Berichterstattung überschätzt werden dürfte. Schließlich reichten auch die damaligen Leistungen unter keinen Umständen zur vollständigen Abdeckung der Kosten einer Bestattung aus. Die Stiftung Warentest schätzte die Kosten für ein einfaches Begräbnis in einer Untersuchung aus dem Jahr 2004 auf bis zu 4.580 €. GKV-Mitglieder mussten somit schon vor der Gesetzesänderung entweder Rücklagen bilden oder eine private Versicherung abschließen, wenn Angehörige von den Kosten der  Beisetzung entlastet werden sollten.

Versicherte in der privaten Krankenversicherung erhalten ebenso wie Mitglieder der GKV kein Sterbegeld. Der Tod gehört nicht zu den versicherten Risiken einer Krankenversicherung.

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Bei Unfalltod besteht Anspruch auf Sterbegeld gegen die gesetzliche Unfallversicherung

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Verstirbt ein Mitglied der gesetzlichen Sozialversicherung oder ein mitversicherter Angehöriger infolge eines Unfalls, besteht – soweit der Unfall mit der Berufsausübung im weitesten Sinne zusammenhängt – Anspruch auf Sterbegeld. Dieser Anspruch ist in § 64 SGB VII geregelt.

  1. Witwen, Witwer, Kinder, Stiefkinder, Pflegekinder, Enkel, Geschwister, frühere Ehegatten und Verwandte der aufsteigenden Linie der Versicherten erhalten Sterbegeld in Höhe eines Siebtels der im Zeitpunkt des Todes geltenden Bezugsgröße.
  2. Kosten der Überführung an den Ort der Bestattung werden erstattet, wenn der Tod nicht am Ort der ständigen Familienwohnung der Versicherten eingetreten ist und die Versicherten sich dort aus Gründen aufgehalten haben, die im Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit oder mit den Folgen des Versicherungsfalls stehen.
  3. Das Sterbegeld und die Überführungskosten werden an denjenigen Berechtigten gezahlt, der die Bestattungs- und Überführungskosten trägt.
  4. Ist ein Anspruchsberechtigter nach Absatz 1 nicht vorhanden, werden die Bestattungskosten bis zur Höhe des Sterbegeldes nach Absatz 1 an denjenigen gezahlt, der diese Kosten trägt. 

Die „Bezugsgröße“ ist das Durchschnittsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherung im vorvergangenen Kalenderjahr und unabhängig von der Höhe des Entgelts des Verstorbenen. Im Jahr 2015 wurde die Bezugsgröße durch das dafür zuständige Bundesarbeitsministerium auf 34020 € pro Jahr für die alten Bundesländer festgelegt. Das Sterbegeld der gesetzlichen Unfallversicherung beläuft sich somit auf 4860 €.

Dieser Betrag kann für ein einfaches Begräbnis bereits ausreichen. Dennoch bietet die gesetzliche Unfallversicherung keinen hinreichenden Versicherungsschutz, da nur tödliche Unfälle bei der Arbeit bzw. auf dem Weg dorthin versichert sind.

Private Unfallversicherungen sehen eine Todesfallleistung vor

Private Unfallversicherungen sehen in aller Regel eine Todesfallleistung vor. Beispielhaft für die entsprechenden Passagen in den Versicherungsbedingungen seien die AVB des Saarbrücker Versicherers CosmosDirekt zitiert. Dieser legt in § 2.5  fest, welche Leistungen im Todesfall gezahlt werden. Demnach wird die vereinbarte Versicherungssumme gezahlt, wenn der Versicherungsnehmer innerhalb eines Jahres infolge eines Unfalls verstirbt. Der Versicherer legt an anderer Stelle in den AVB allerdings fest, dass die Todesfallleistung für Erwachsene 150.000 € und für Kinder 30.000 € nicht überschreiten kann, auch wenn für Vollinvalidität eine höhere Versicherungssumme festgelegt wird.

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Damit geht die Todesfallleistung privater Unfallversicherung in aller Regel weit über die Kosten hinaus, die für eine angemessene Bestattung aufgewendet werden müssen. Zur alleinigen Absicherung des Bestattungskostenrisikos eignen sich Unfallversicherungen deshalb trivialerweise nicht. Gleichzeitig ermöglicht der Besitz einer Unfallversicherung nicht den Verzicht auf eine Sterbegeldversicherung, da sich der Versicherungsschutz auch im Todesfall auf Unfälle beschränkt.

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Das „Sterbevierteljahr“ in der gesetzlichen Rentenversicherung

Icon_Content_VorsorgeDer Leistungskatalog der gesetzlichen Rentenversicherung sieht kein Sterbegeld für Hinterbliebene vor. Das so bezeichnete „Sterbevierteljahr“ sieht allerdings erhöhte Bezüge für Witwen in den ersten drei Monaten nach dem Tod eines Versicherten vor. Während dieser Zeit wird nicht die auf 55% bzw. 60% gekürzte Witwenrente, sondern die volle Rente des Verstorbenen gezahlt. Das Sterbevierteljahr dient nicht primär zur Finanzierung der Bestattungskosten, sondern soll dem Hinterbliebenen die Anpassung der Haushaltsausgaben an die neue Situation ermöglichen.

Hat der Verstorbene zum Zeitpunkt des Todes keine eigene Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen, muss die Witwe den Antrag beim Rentenversicherungsträger stellen. Dieser ermittelt dann die maßgebliche Rentenhöhe des Verstorbenen zu dessen Todeszeitpunkt und zahlt die daraus abgeleitete Rente drei Monate lang aus.

Hat der Verstorbene selbst eine Rente bezogen, kann die Witwe innerhalb von 30 Tagen nach dem Tod bei der Deutschen Post einen Vorschuss auf die zu erwartende Witwenrente stellen. Entsprechende Formulare mit Hinweisen zu den benötigten Dokumenten stellt die Post bereit. In der Regel können Auszahlungen in wenige Tage nach dem Antrag realisiert werden.

Sterbegeld von berufsständischen Versorgungswerken

Icon_Content_GebuehrenVor allem Freiberufler, aber auch Handwerker erhalten neben regulären Altersvorsorgeleistungen auch Sterbegelder aus berufsständischen Versorgungswerken. Diese legen in der Regel sowohl die Höhe als auch den bezugsberechtigten Personenkreis bzw. dessen Rangfolge fest. Unklar ist, ob Sterbegeld aus solchen Versorgungswerken steuerpflichtig ist.

So gehen die meisten Finanzämter davon aus, dass es sich bei Sterbegeldern aus Versorgungswerken um „andere Leistungen“ handele und diese mit dem Besteuerungsanteil steuerpflichtig seien. Der Bundesfinanzhof hat dies mit  Urteilen vom Oktober 2013 bestätigt (X R 3/12 und X R 21/12). Das Finanzgericht in Baden-Württemberg dagegen betrachtete  Sterbegeld einer berufsständischen Versorgungseinrichtung im November 2013 als steuerfrei, sofern es sich um einen Zuschuss zu den Bestattungskosten handele. Solche Einmalzahlungen seien nur dann als „andere Leistungen“ einzustufen, wenn es sich um kapitalisierte wiederkehrende Bezüge handele. (Az: 4K 1203/11).

Betriebliches Sterbegeld

Icon_Content_ZielgruppeEinen gesetzlichen Anspruch auf Sterbegeld gegenüber Arbeitgebern gibt es nicht. Ehegatten und kindergeldberechtigte Kinder  erhalten unter bestimmten Umständen allerdings Geld aus der betrieblichen Altersversorgung. Wie viel, hängt von den jeweiligen Vereinbarungen ab. Möglich sind bis zu 8.000 €.

Darüber hinaus unterhalten einige Unternehmen Sterbekassen für ihre Angestellten und ermöglichen den Eintritt zu günstigen Konditionen. Es handelt sich dann um kleinere Vereine mit einem klar abgegrenzten Zweck. Zu den Großunternehmen mit betriebseigenen Sterbekassen zählen unter anderem die Deutsche Bank, Bayer und BASF.

Fazit

Icon_Content_FazitDas Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkasse ist bereits seit dem Jahr 2004 Geschichte.  Auch PKV-Mitglieder erhalten keine Leistungen. Es gibt jedoch abhängig von den Todesumständen und dem Versicherungsstatus des Verstorbenen weitere Finanzquellen. Dazu zählt insbesondere das Sterbevierteljahr in der gesetzlichen Rentenversicherung. Auch Leistungen von berufsständischen Versorgungswerken und durch die betriebliche Altersvorsorge des Verstorbenen kommen in Betracht. Private Unfallversicherungen sehen ebenfalls eine Todesfallleistung vor – dafür muss der Tod aber durch einen Unfall verursacht worden sein.

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