Sterbegeld IG Metall: Gewerkschaft unterstützt im Todesfall

19. Oktober 2015

Inhaltsverzeichnis

    • Anspruchsgrundlagen für IG Metall Sterbegeld
  • Sterbegeld bei IG Metall und anderen Gewerkschaften
  • Sterbegeldregelungen der IG Metall
  • Sterbegeld bei anderen Gewerkschaften
  • Bieten Gruppentarife echte Mehrwerte?
  • Zusätzliche Bestattungsvorsorge bleibt empfehlenswert
  • Ansprüche gegen den Arbeitgeber nur in einigen Tarifverträgen
  • Fazit

Anspruchsgrundlagen für IG Metall Sterbegeld

Angehörige von Mitgliedern der Industriegewerkschaft IG Metall haben Anspruch auf Sterbegeld, dessen Höhe sich aus der Dauer der Mitgliedschaft des Verstorbenen und seinen Beiträgen ergibt. Die Leistungen der Gewerkschaft ersetzen damit zum Teil das weggefallene Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkassen. Gewerkschaftsmitglieder sollten frühzeitig prüfen, ob die Ansprüche zur Entlastung der Angehörigen im Fall der Fälle tatsächlich ausreichen – das gilt nicht nur für die IG Metall.

Sterbegeld bei IG Metall und anderen Gewerkschaften

bullet_point_check IG Metall und andere Gewerkschaften zahlen Sterbegeld
bullet_point_check Höhe richtet sich nach Dauer der Mitgliedschaft und Höhe der Beiträge
bullet_point_check Ansprüche reichen selten für Bestattungskosten aus
bullet_point_check Ansprüche auf Sterbegeld gegen den Arbeitgeber bestehen allenfalls laut Tarifvertrag

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Sterbegeldregelungen der IG Metall

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Die IG Metall finanziert aus den Beiträgen ihrer Mitglieder diverse Leistungen für diese, darunter neben einer finanziellen Unterstützung im Streikfall auch Unterstützung im Todesfall. Der Mitgliedsbeitrag der IG Metall beträgt 1,0% des Bruttoeinkommens pro Monat. Das IG Metall Sterbegeld wird gezahlt, wenn ein zahlendes Mitglied nach hinreichender Dauer der Mitgliedschaft verstirbt. Auch beim Tod direkter Angehöriger eines Mitglieds werden Leistungen erbracht. Die detaillierten Ansprüche der Mitglieder sind in der Satzung und das IG Metall Sterbegeld in § 30 geregelt.

In § 30 Abschnitt (1) sind der grundsätzliche Anspruch und die Bezugsberechtigung für die Leistungen im Todesfall geregelt: „Unterstützung im Todesfall kann an Mitglieder oder an deren Hinterbliebene dann gezahlt werden, wenn das Mitglied der Gewerkschaft mindestens zwölf Monate angehörte und während dieser Zeit satzungsgemäße Beiträge geleistet hat.  An die Hinterbliebenen wird die Unterstützung im Todesfall gezahlt, wenn sie mit dem Verstorbenen bzw. der Verstorbenen in häuslicher Gemeinschaft gelebt oder im dauernden Fürsorgeverhältnis zu ihm bzw. ihr gestanden haben oder für die Bestattungskosten nachweisbar aufgekommen sind. Hierüber haben die Hinterbliebenen einen Nachweis zu führen. Eine amtliche Bescheinigung über den Tod und der Mitgliedsausweis sind bei der zuständigen Verwaltungsstelle einzureichen. 

  • Mitgliedschaft muss mindestens 12 Monate bestanden haben
  • Der Mitgliedsbeitrag (1% pro Monat) muss entrichtet worden sein
  • Hinterbliebene in häuslicher Gemeinschaft und im Fürsorgeverhältnis erhalten Unterstützung
  • Abhängig von der Dauer der Mitgliedschaft werden 15-31,5 Monatsbeiträge gezahlt
  • Beim Tod eines Hinterbliebenen wird die Hälfte der regulären Leistung erbracht 

Die Höhe des Sterbegelds richtet sich nach der Dauer des Mitgliedschaft des verstorbene Mitglieds. Gezahlt werden 15-31,5 Monatsbeiträge. Bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3.000 € entspricht das einer Unterstützung von 450 € bis 945 €. Mindestens werden 65 € gezahlt. Das Mitglied erhält die Hälfte dieser regulären Sätze, wenn ein Angehöriger aus der häuslichen Gemeinschaft verstirbt.

Bei der Berechnung der Ansprüche wird der durchschnittliche Mitgliedsbeitrag der letzten zwölf Monate angesetzt. Eine Ausnahme gilt für Mitglieder in Altersteilzeit. Hier werden die Beiträge der letzten zwölf Monate vor dem Beginn der Altersteilzeit herangezogen. Anträge müssen innerhalb von drei Monaten nach dem Todesfall bei der zuständigen Verwaltungsstelle gestellt werden, damit der Anspruch auf die Unterstützung nicht erlischt. 

Die Unterstützung im Todesfall ist selbstredend nicht der wesentliche Aspekt bei Überlegungen im Hinblick auf eine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft. Die dargestellten Zahlen machen jedoch deutlich, dass die Mitgliedschaft keine vollständige Todesfallvorsorge ersetzen kann. Bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 3.000 € erhalten langjährige Mitglieder mit 945 € ca. ein Viertel der Kosten einer einfachen Bestattung.

Die besten Sterbegeld Anbieter im Vergleich

Sterbegeld bei anderen Gewerkschaften

Es ist generell fraglich, inwieweit Leistungen im Todesfall das Leistungsprofil einer Gewerkschaft ergänzen. Schließlich verstirbt jedes Mitglied eines Tages, so dass die Leistungen in der Summe einen nicht unerheblichen Teil des Beitragsaufkommens verzehren. Ein solidarischer Aspekt tritt durch die strikte Kopplung an das Einkommen des Mitglieds in den Hintergrund: Je ärmer ein Mitglied zu Lebzeiten war, desto geringer fällt die Unterstützung für den Todesfall aus.

Womöglich ist auch das der Grund für die zurückhaltende Behandlung von Sterbegeld bei vielen anderen Gewerkschaften. Diese bieten ihren Mitgliedern zum großen Teil konventionelle Sterbegeldversicherungen mit individuellen Beiträgen an. Typischerweise werden Mitgliedern Gruppentarife bei Versicherern vermittelt, die im Vergleich zu konventionellen Policen durchaus Mehrwerte bieten können. Das wird etwa am Angebot der IG BCE (Bergbau, Chemie, Energie) deutlich.

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Bieten Gruppentarife echte Mehrwerte?

Ein Vergleich des durch die IG BCE angebotenen Gruppentarifs mit anderen Sterbegeldversicherungen am Markt zeigt, dass durchaus Mehrwerte möglich sind. Die Versicherung wird durch die DBV Deutsche Beamtenversicherung gestellt. Bei einem Eintrittsalter von 50 Jahren liegt der monatliche Beitrag für eine Versicherungssumme von 5.000 € mit 17,20 € unterhalb der Angebote vieler Konkurrenten.

Eine Gesundheitsprüfung erfolgt nicht, die Aufnahme ist dadurch bis zum Höchsteintrittsalter von 80 Jahren unkompliziert möglich. Während die meisten Tarife ohne Gesundheitsprüfung eine dreijährige Wartezeit vorsehen, leistet der Versicherer im Gruppentarif bereits ab dem zweiten Versicherungsjahr voll. Bei Unfalltod wird bei Eintritt bis zum 74. Lebensjahr die doppelte Versicherungssumme gezahlt – bei vielen anderen Tarifen erlischt der Unfallschutz mit der Vollendung des 65. Lebensjahres.

Zusätzliche Bestattungsvorsorge bleibt empfehlenswert

Icon_Content_GebuehrenGewerkschaftsmitglieder können sich somit nicht darauf verlassen, dass die Mitgliedschaft allein die Angehörigen in ausreichendem Maße entlastet. Sofern dies gewünscht ist, muss eine zusätzliche Vorsorge getroffen werden – zum Beispiel durch den Abschluss einer Sterbegeldversicherung über einen Gruppentarif oder am „freien“ Markt.

Die Ansprüche gegen die Gewerkschaft können bei der Bemessung der Versicherungssumme berücksichtigt werden. Es gilt allerdings zu bedenken, dass die Beiträge zur Gewerkschaft im Rentenalter allenfalls langsam steigen und damit auch die Ansprüche mit der allgemeinen Teuerungsrate nicht Schritt halten.

Ansprüche gegen den Arbeitgeber nur in einigen Tarifverträgen

DGBAnsprüche auf Sterbegeld gegen Arbeitgeber bestehen in der Regel nicht. Arbeitsvertragliche Regelungen sind zwar möglich, in Deutschland aber selten. Einen gesetzlichen Anspruch gibt es  nicht. Auch viele Angestellte im öffentlichen Dienst erhalten – anders als Beamte – kein Sterbegeld mehr.

Im Idealfall werden die Kosten einer Bestattung aus einer oder mehren Quellen vollständig abgedeckt. Die gesetzliche Krankenkasse hat ihre Leistungen diesbezüglich bereits im Jahr 2004 eingestellt. Vor allem bei Todesfällen durch Arbeitsunfälle besteht jedoch meistens ein Anspruch gegen die gesetzliche Unfallversicherung. Die gesetzliche Rentenversicherung räumt Angehörigen mit dem „Sterbevierteljahr“ weitere drei Monatsrenten ein.

Fazit

Mitglieder der IG Metall erhalten nach mindestens einjähriger Mitgliedschaft ein Sterbegeld von 15-31,5 Monatsbeiträgen (jeweils 1% des Bruttoeinkommens) und können dadurch im besten Fall ein Viertel der Bestattungskosten abdecken. Verstirbt ein naher Angehöriger des Mitglieds, werden die halbierten Regelsätze gezahlt. Andere Gewerkschaften bieten in Kooperation mit Versicherungen wie DBV oder Volksfürsorge Gruppentarife für konventionelle Sterbegeldversicherungen zu relativ günstigen Konditionen an.

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