Sterbegeld Vorsorge steuerlich absetzbar

19. Oktober 2015

Inhaltsverzeichnis

    • Steuern sparen mit dem eigenen Tod?
  • Sterbegeld Vorsorge von der Steuer absetzen – geht das?
  • Es gelten dieselben Regeln wie für Lebensversicherungen
  • Verträge mit Einlösungsbeitrag vor 01.01.2005 sind begünstigt
  • Die Nettorendite nach Abzug von Kosten und Steuern inklusive Überschussbeteiligung
    • Steuerlicher Vergleich zu Bank- und Wertpapiersparplänen
  • Steuerbegünstigungen für Vorsorge nur mit Zertifizierung wie Riester und Co.
  • Zuschüsse und Steuervorteile für Vorsorge in Deutschland im Überblick
  • Ausblick: Wird die Sterbegeld Vorsorge steuerlich absetzbar?
  • Fazit

Steuern sparen mit dem eigenen Tod?

Nicht nur wenn Sterbegeldversicherungen bereits während des Erwerbslebens abgeschlossen werden, stellt sich die Frage nach steuerlichen Optimierungsmöglichkeiten. Anders als einige Altersvorsorgeverträge und Pflegeversicherungen fallen  Sterbegeldpolicen allerdings nicht unter die durch den Gesetzgeber begünstigten Fälle. Ist die Sterbegeld Vorsorge steuerlich absetzbar? Ein Überblick über die wichtigsten Regelungen.

Sterbegeld Vorsorge von der Steuer absetzen – geht das?

bullet_point_check Für Sterbegeld gelten die steuerlichen Regelungen von Lebensversicherungen
bullet_point_check Einzahlungen in nach dem 31.12.04 abgeschlossene Verträge sind nicht absetzbar
bullet_point_check Auszahlungen sind steuerlich begünstigt
bullet_point_check Nach 12 Jahren muss lediglich die Hälfte des Ertragsanteils versteuert werden

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Sterbegeldversicherungen sind Kapitallebensversicherungen mit zumeist relativ geringer Versicherungssumme und einem hohen Endalter. Deshalb fallen die Policen auch unter steuerlichen Gesichtspunkten unter die Regelungen für Lebensversicherungen.

Es gelten dieselben Regeln wie für Lebensversicherungen

Sterbegeldversicherungen sind rechtlich betrachtet Kapitallebensversicherungen: Die Einzahlungen teilen sich auf einen Sparanteil und einen Risikoanteil auf. Der Sparanteil wird abzüglich der Verwaltungskosten dem Vertragskonto gutgeschrieben, der Risikoanteil dient zur Gewährleistung des Versicherungsschutzes. Nicht nur in rechtlicher und kaufmännischer Hinsicht, sondern auch unter steuerlichen Gesichtspunkten entsprechen die geltenden Regelungen denen für Lebensversicherungen.

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Die Einzahlungen in Sterbegeldversicherungen können nicht steuerlich geltend gemacht werden (Ausnahme: siehe nächster Abschnitt betreffend Verträge mit Vertragsbeginn vor 2005). Das gilt auch, wenn die Sterbegeldversicherung mit anderen Vorsorgeversicherungen wie zum Beispiel einer Berufsunfähigkeitsversicherung kombiniert wird. Der Gesetzgeber beschränkt steuerliche Abzugsmöglichkeit in der Einzahlungsphase auf Verträge, die in der Auszahlungsphase eine lebenslange Leibrente vorsehen.

Die Todesfallleistung ist von der Einkommensteuer befreit. Bei der Auszahlung der Versicherungssumme zu Lebzeiten – nach einer Kündigung der Police durch den Versicherungsnehmer – fallen Steuern in Höhe des persönlichen Steuersatzes lediglich auf den Ertragsanteil an. Bedingung für diese Vergünstigung ist eine planmäßige Vertragslaufzeit von mindestens zwölf Jahren und eine Auszahlung nach der Vollendung des 62. Lebensjahres des Versicherungsnehmers.

Ist eine dieser beiden Bedingungen nicht erfüllt, zieht der Versicherer vom Ertragsanteil 25% Abgeltungssteuer zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer ab. Der Ertragsanteil ergibt sich aus der Subtraktion der geleisteten Einzahlungen von der ausgezahlten Versicherungssumme inklusive Überschussbeteiligung Schlussbonus bzw. Beteiligung an den Bewertungsreserven.

Fließt die Versicherungssumme der Sterbegeldversicherung in die Erbmasse ein, gelten die Regelungen der Erbschaftssteuer. Insbesondere nahe Angehörige können hohe Freibeträge in Anspruch nehmen. Wird als Begünstigte ein Bestattungsunternehmen eingetragen muss dieses keine Erbschaftssteuer auf die Versicherungssumme bezahlen: steuerlich gilt die Vereinbarung als gewöhnlicher Kaufvertrag mit den entsprechenden Folgen für Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer etc.

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Verträge mit Einlösungsbeitrag vor 01.01.2005 sind begünstigt

Für einige ältere Verträge gelten abweichende Regelungen. Wurde eine Sterbegeldversicherung vor dem 1.1.2005 abgeschlossen und auch der Einlösungsbeitrag vor diesem Zeitpunkt wirksam geleistet, können die Einzahlungen im Zuge des Bestandsschutzes steuerlich geltend gemacht werden. Zurzeit ist eine Geltendmachung von 88 % vorgesehen. Von dieser Altregelung dürfte allenfalls ein Bruchteil der in Deutschland bestehenden Sterbegeldversicherungserträge betroffen sein. Auch bei diesen Altverträgen gilt: damit die Sterbegeldvorsorge steuerlich absetzbar ist, muss die ursprüngliche planmäßige Vertragslaufzeit mindestens zwölf Jahre betragen, wenn der Vertrag ein Kapitalwahlrecht vorsieht.

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Die Nettorendite nach Abzug von Kosten und Steuern inklusive Überschussbeteiligung

Icon_Content_GebuehrenIm Zusammenhang mit der steuerlichen Behandlung von Sterbegeldversicherungen ist auch die Nettorendite der Verträge relevant. Die Nettorendite ist die jährliche Rendite, die nach dem Abzug von Kosten und Steuern zum Zeitpunkt der Auszahlung der Versicherungssumme erzielt wird. Die Höhe der Rendite richtet sich maßgeblich nach dem Alter des Vertrages. Da die Überschussbeteiligungen der Lebensversicherer ebenso wie die Garantieverzinsung in den vergangenen Jahren deutlich gesunken sind, weisen ältere Verträge eine deutlich attraktivere Ertragsposition auf. Bei neu abgeschlossenen Verträgen muss mit einer Nettorendite von deutlich unter 3 % pro Jahr gerechnet werden.

Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase sind die Kosten eines Versicherungsvertrages besonders relevant. Das gilt für Sterbegeldversicherungen in besonderem Maße, da Lebensversicherer einen Teil ihrer Kosten pauschal pro Vertrag und nicht in Relation zur Versicherungssumme abrechnen können. Das führt bei den zumeist überschaubaren Versicherungssummen von Sterbegeldpolicen zu einer überproportionalen Kostenbelastung. Die Verwaltungskosten werden von den eingezahlten Prämien ebenso abgezogen wie der Risikoanteil der Gesamtprämie. Der verbleibende Rest fließt dem Vertragskonto zu, das durch die laufenden Einzahlungen, die Garantieverzinsung, die Überschussbeteiligung und – bei planmäßigen Ablauf des Vertrages – den Schlussbonus wächst.

Steuerlicher Vergleich zu Bank- und Wertpapiersparplänen

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In steuerlicher Hinsicht bieten Sterbegeldversicherungen aufgrund der Gesetzesänderung zum 1.1.2005 keinen wesentlichen Vorteil zu Bank- und Wertpapiersparplänen. Die staatlichen Zuschüsse und Steuerbegünstigungen, die bei Altersvorsorgeverträgen wie der Riester-Rente oder der Basisrente eingeführt wurden, gelten für Sterbegeldversicherungen nicht.

Wird auf einen Risikoschutz im engeren Sinne verzichtet und die für die eigene Bestattung geplante Geldsumme durch Einzahlungen in Bank- und Wertpapiersparpläne angespart, ist insbesondere die Abgeltungssteuer relevant. Diese beträgt 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer und fällt auf alle mit solchen Sparplänen erzielten Kapitalerträge an. Pro Sparer gilt  lediglich ein jährlicher Freibetrag in Höhe von 801 € bzw. 1602 € bei gemeinsam veranlagten Ehegatten. Die Steuer wird direkt auf Bankebene einbehalten und zentral an das Finanzamt abgeführt. Bei verzinsliche Anlagen fällt die Abgeltungssteuer zum Zeitpunkt der Zinsauszahlung an – etwa zum Ende des Kalenderjahres bei Einlagenkonten oder zu den Zinsterminen bei festverzinslichen Anleihen. Die Besteuerung von Dividenden erfolgt am Tag der Auszahlung. Kursgewinne werden bei ihrer Realisierung gesteuert: Die Differenz zwischen Verkaufskurs und Ankaufskurs bildet die Basis für die Bemessung der Steuer. Kosten, die im Zusammenhang mit der Anschaffung von Wertpapieren anfallen, werden dem Ankaufskurs anteilig zugerechnet, so dass sich der Gewinn entsprechend verringert. Das frühere Halbeinkünfteverfahren für die Besteuerung von Dividenden wurde ebenso abgeschafft wie die Steuerbefreiung für Kursgewinne nach einer Haltefrist von mehr als zwölf Monaten.

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Steuerbegünstigungen für Vorsorge nur mit Zertifizierung wie Riester und Co.

Icon_Content_vorlage_musterDass die Sterbegeldvorsorge steuerlich absetzbar wird, ist für die kommenden Jahre nicht zu erwarten. Auf politischer Ebene gibt es keinerlei Bestrebungen, den Schutz der Angehörigen vor hohen finanziellen Belastungen im Zusammenhang mit der Bestattung zu fördern. Steuerbegünstigungen sind fast ausschließlich im Zusammenhang mit zertifizierten Altersvorsorgeverträgen relevant.

Das gilt insbesondere für die so bezeichnete Riester-Rente und die Rürup-Rente, auch als Basisrente bezeichnet. Die Riester-Rente sieht jährliche Zuschüsse zugunsten des Vertragskontos vor, die zugleich den Sockel für die Steuerbegünstigung bilden. Sparer erhalten bei diesen Verträgen die Steuervergünstigungen bzw. Zuschüsse, wenn die Steuerersparnis über die Zulagen hinausgeht. Um den vollen Anspruch auf Grund- und Kinderzulagen zu erwerben, müssen mindestens 4 % des sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens pro Jahr in einen zertifizierten Vertrag eingezahlt werden. Riester Rentenverträge sehen beim Renteneintritt ein Kapitalwahlrecht für 30 % des Vertragsguthabens vor; der verbleibende Teil muss zwingend in eine Leibrente umgewandelt werden.

Die Basisrente verzichtet gänzlich auf ein Kapitalwahlrecht und sieht ausschließlich eine lebenslange Leibrente vor. Der wesentliche Vorteil im Vergleich zu Riester-Verträgen sind die deutlich höheren Obergrenzen für die steuerliche Geltendmachung der Einzahlungen.

Zuschüsse und Steuervorteile für Vorsorge in Deutschland im Überblick

Icon_Content_MarktausblickDer Staat fördert primär Vorsorgeverträge, die im Fall der Bedürftigkeit ein Substitut zu Leistungen der öffentlichen Hand darstellen. Das gilt sowohl für die Altersvorsorge als auch für staatlich geförderte Pflegeversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen und Unfallversicherungen. Ein kurzer Überblick über die steuerlichen Vorteile und Zuschüsse der wichtigsten Vertragsdaten.

  • Riester-Rente: Grundzulage und Kinderzulage, wird die Summe der Zulagen durch die steuerliche Geltendmachung der Einzahlungen überboten, gilt der Steuervorteil. Grundzulage: 154 € pro Jahr, Kinderzulage: 185 bzw. 300 € pro Jahr. Zusätzlich Jugendbonus in Höhe von einmalig 300 € bei Abschluss eines Vertrages im Alter von unter 25 Jahren. Voraussetzung: Einzahlung in Höhe von 4 % des sozialversicherungspflichtigen Einkommens pro Jahr in den Vertrag, maximal 2100 €.
  • Rürup-Rente (Basisrente): Die Einzahlungen können steuerlich geltend gemacht werden. Im Jahr 2015 können 80 % der geleisteten Einzahlungen vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Dieser Prozentsatz steigt bis zum Jahr 2025 pro Jahr um zwei Prozentpunkte, sodass dann volle Abzugsfähigkeit besteht. Im Gegenzug steigt die Besteuerung in der Auszahlungsphase.
  • „Pflege Bahr“: Private Pflegezusatzversicherungen werden mit fünf Euro pro Monat vom Staat bezuschusst, wenn einige Voraussetzungen erfüllt sind.
  • Unfallversicherung: die Einzahlungen können steuerlich geltend gemacht werden.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: in Kombination mit Euro oder Riester-Rente sind die Einzahlungen steuerlich abzugsfähig. Alleinstehende Berufsunfähigkeitsversicherungen können steuerlich geltend gemacht werden, wenn die BU Rente im Versicherungsfall lebenslang gezahlt wird. In der Praxis gibt es nahezu keinen Tarif, der diese von der früheren schwarz-gelben Bundesregierung geschaffene Voraussetzung erfüllt.

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Ausblick: Wird die Sterbegeld Vorsorge steuerlich absetzbar?

Icon_Content_ChecklisteAltersvorsorge im weitesten Sinn ist auf politischer Ebene durchaus ein Themengebiet mit Aktualität. In den vergangenen Jahren hat der Gesetzgeber zahlreiche Neuerungen verabschiedet. So können Einzahlungen in Riesterverträge inklusive Zuschüssen und Steuervorteilen mittlerweile zur Finanzierung selbstgenutzter Eigenheime genutzt werden. Der Staat zahlt darüber hinaus einen pauschalen Zuschuss für Pflegezusatzversicherungen.

Sterbegeldversicherungen sind bislang allerdings nicht in den Fokus gerückt, obgleich die Notwendigkeit der Policen seit mehr als zehn Jahren durch die Abschaffung des Sterbegelds der gesetzlichen Krankenversicherung für ärmere Versicherungsnehmer  zum Schutz ihrer Angehörigen unstrittig ist. Es ist prinzipiell denkbar, dass die Policen irgendwann eine stärkere staatliche Förderung erfahren. Insbesondere ist dies im Zusammenhang mit dem zunehmend schwächeren Neugeschäft der Lebensversicherer denkbar. Diese leiden unter der anhaltenden Niedrigzinsphase und der damit verbundenen schwächeren Rendite ihrer Verträge. Der Staat könnte Sterbegeldversicherungen aufgrund der überschaubaren Versicherungssummen zu relativ geringen Kosten subventionieren und somit zu attraktiven Verträgen für eine zahlenmäßig große Zielgruppe deklarieren. Solche Maßnahmen sind bislang allerdings reine Spekulation. Versicherungsnehmer, für die der Abschluss einer Sterbegeldversicherung sinnvoll ist, sollten den Abschluss deshalb keinesfalls in der Hoffnung auf staatliche Unterstützung auf die lange Bank schieben.

Fazit

Icon_Content_FazitIn aller Regel können Einzahlungen in Sterbegeldversicherungen nicht steuerlich geltend gemacht werden. Die steuerlichen Begünstigungen einiger Altersvorsorgeverträge dürften auch in absehbarer Zeit nicht auf Sterbegeld ausgeweitet werden. Für die Erbschaftssteuer sind Versicherungssummen in der Regel nicht relevant, da die Bestattungskosten die Erbmasse und ihre Besteuerungsgrundlagen reduzieren.

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