Sterbegeldversicherung ohne Wartezeit

19. Oktober 2015

Inhaltsverzeichnis

    • Sterbeversicherung mit sofortigem Schutz
  • Sterbegeldversicherung ohne Wartezeit: Vorteile und Nachteile
  • Die Risiken im Bestand: So kalkuliert eine Sterbegeldversicherung
  • Variante I: Strenge Gesundheitsprüfung
  • Variante II: Lange Wartezeiten bzw. anfänglich nur Unfallschutz
  • Variante III: Risikozuschläge
  • Variante IV: Niedriges Höchsteintrittsalter
  • Variante V: Kombination aus I.-IV.
  • Für wen lohnt sich eine Sterbegeldversicherung ohne Wartezeit?
  • Tarife mit und ohne Gesundheitsfragen: Welche Anbieter lassen sich in die Karten schauen?
  • Fazit

Sterbeversicherung mit sofortigem Schutz

Mit einer Sterbegeldversicherung ohne Wartezeit erwerben Versicherungsnehmer sofortigen Schutz und können ihre Angehörigen wirksam entlasten. Die Verträge sind allerdings fast immer mit Gesundheitsfragen verbunden. Wer diese nicht beantworten möchte, muss den sofortigen Schutz auf  tödliche Unfälle begrenzen oder vor allem bei höherem Eintrittsalter deutliche Zuschläge in Kauf nehmen.

Sterbegeldversicherung ohne Wartezeit: Vorteile und Nachteile

bullet_point_check Vorteil I: Sofortiger Schutz unabhängig von der Todesursache
bullet_point_check Vorteil II: Im Todesfall kein Nachweis über Todesursache erforderlich
bullet_point_check Nachteil: Entweder Gesundheitsfragen oder höhere Beiträge erforderlich
bullet_point_check Tarife ohne Wartezeit sind nicht automatisch besser

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Auch im Versicherungsgeschäft gilt die ökonomische Grundregel: „There is no free lunch“ – Leistung ohne Gegenleistung gibt es nicht. Verzichtet der Versicherer auf eine Wartezeit, nimmt er ohne weitere Maßnahmen ein beträchtliches Risiko in Kauf: Es könnte zum vermehrten Abschluss von Sterbegeldversicherungen gezielt durch jene kommen, die ihr baldiges Ableben erwarten – etwa weil eine entsprechend schlechte ärztliche Diagnose vorliegt. Solche Klumpenrisiken neutralisieren die meisten Versicherer durch eine Kombination aus Wartezeiten und Risikozuschlägen – oder eine strenge Gesundheitsprüfung.

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Die Risiken im Bestand: So kalkuliert eine Sterbegeldversicherung

Icon_Content_RegulierungZum weitergehenden Verständnis lohnt sich ein Blick auf die typische Kalkulation eines Sterbeversicherers. Grob vereinfacht setzt sich diese aus den Einnahmen und Ausgaben zusammen. Die Ausgaben bestehen in den ausgezahlten Versicherungssummen bei Eintritt des Versicherungsfalls – dem Tod des Versicherungsnehmers. Die Einnahmen bestehen in den Prämien, die sich aus einem Sparanteil und einem Risikoanteil zusammensetzen. Bei fast allen Versicherern endet die Prämienzahlung mit der Vollendung des 85. Lebensjahres. Die Beiträge sind so kalkuliert, dass einige Jahre vor Erreichen dieses Alters die Versicherungssumme vollständig durch den kumulierten Sparanteil gedeckt ist.

Aus Sicht des Versicherers sind somit jene Kunden am günstigsten, die möglichst lange die vereinbarten Prämien zahlen und erst versterben, wenn die Versicherungssumme aus dem Sparanteil der Sterbegeldversicherung geleistet werden kann. Deutlich teurer sind Kunden, die bereits kurz nach dem Abschluss des Versicherungsvertrages versterben und die gesamte Versicherungssumme ausgezahlt erhalten, ohne vorher Prämien in nennenswertem Umfang gezahlt zu haben. Um allen Kunden ein günstiges Verhältnis von Prämien und Leistungen anbieten zu können, muss die überproportionale Aufnahme solche Kunden in den Deckungsstock vermieden werden. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten.

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Variante I: Strenge Gesundheitsprüfung

Erstens kann eine mehr oder minder strenge Gesundheitsprüfung durchgeführt werden. Diese besteht zumeist in Gesundheitsfragen, die Versicherungsnehmer vor Abschluss des Vertrages wahrheitsgetreu beantworten müssen. Die Fragen beziehen sich auf bereits bestehende Diagnosen, aktuelle und frühere Erkrankungen, Medikamenteneinnahme und weitere medizinische Befunde. Versicherer verfügen über umfangreiche Statistiken mit belastbarem Datenmaterial zur Lebenserwartung, die ein Versicherungsnehmer mit einer bestimmten Merkmalskonstellation aufweist.

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Da kann ein Versicherer intern zum Beispiel festlegen, dass Anträge nur angenommen werden, wenn die Angaben zum Gesundheitszustand statistisch erwarten lassen, dass der Versicherungsnehmer noch mindestens zehn Jahre lebt. Dass einzelne Versicherungsnehmer dennoch früher versterben werden, spielt für die Gesamtkalkulation der Sterbegeldversicherung keine Rolle: Die frühen Todesfälle werden durch längere Beitragszahlungsperioden anderer Versicherungsnehmer kompensiert.

Der Versicherer sieht sich bei der Gestaltung der Gesundheitsfragen aber einem Zielkonflikt ausgesetzt: Werden die Fragen sehr umfassend gestellt und beziehen sie sich auf einen langen Zeitraum in der Vergangenheit, wird ein großer Teil der Antragsteller die Gesundheitsprüfung nicht bestehen. Dadurch wird zwar die Aufnahme von Risiken in dem Bestand unterbunden, zugleich aber der Vertragsabschluss erschwert. Beziehen sich die Gesundheitsfragen dagegen nur auf sehr wenige Befunde, gelangen viele Risiken in den Bestand – zugleich werden aber auch höhere Umsätze erzielt.

Variante II: Lange Wartezeiten bzw. anfänglich nur Unfallschutz

Icon_Content_VorsorgeEin weiteres Instrument zur Risikosteuerung für Sterbegeldversicherung sind Wartezeiten. Dabei wird im Versicherungsvertrag vereinbart, dass die vereinbarte Versicherungssumme im Todesfall erst nach Ablauf einer Karenzzeit von zum Beispiel drei Jahren geleistet wird. Verstirbt der Versicherungsnehmer innerhalb dieser Wartezeit, erfolgt entweder gar keine Leistung oder es werden nur die bis zu diesem Zeitpunkt eingezahlten Beiträge zurückerstattet.

Solche Wartezeiten garantieren dem Versicherer Mindesteinnahmen begrenzen den maximal möglichen Verlust pro Vertrag. Versicherungsantrag kann auf eine sehr strenge Gesundheitsprüfung verzichtet werden, was eine größere Zahl an Vertragsabschlüssen ermöglicht. Aus dieser Kalkulation erklärt sich, warum eine Sterbegeldversicherung ohne Wartezeit fast immer mit umfangreichen Gesundheitsfragen verbunden ist.

In der Praxis kombinieren die meisten Versicherer Wartezeiten mit einem sofort wirksamen Todesfallschutz bei Unfällen. Verstirbt der Versicherungsnehmer durch einen Unfall, wird abweichend von der für sonstige Fälle getroffenen Vereinbarung die Versicherungssumme auch während der Wartezeit in voller Höhe ausgezahlt. Der Unfallschutz beruhigt viele Versicherungsnehmer und ist für die Versicherer vor allem bei Kunden im Alter von ca. 50-70 Jahren relativ günstig, da in dieser Altersgruppe vergleichweise wenige Unfälle mit tödlichen Folgen passieren.

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Variante III: Risikozuschläge

Beabsichtigte ein Versicherer eine Sterbegeldversicherung ohne Wartezeit und ohne Gesundheitsfragen anzubieten, müssten beträchtliche Risikozuschläge auf die Prämien vorgenommen werden. Schließlich müsste in der Kalkulation berücksichtigt werden, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Versicherungsnehmer bereits kurz nach dem Vertragsabschluss verstirbt. Diese zusätzlichen Risiken müssten durch andere Versicherungsnehmer amortisiert werden.

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In der Praxis sind solche Sterbegeldversicherungen nicht erhältlich. Die Refinanzierung ungewöhnlich hoher Risiken allein über Risikozuschläge ist nicht sinnvoll, da sich der Abschluss dieser Policen erst recht nur für jene lohnt, die sich bezüglich des absehbaren Verlaufs des Vertrages sehr sicher sein können. Risikozuschläge werden deshalb bei der Gestaltung von Tarifen  dazu eingesetzt, Wartezeiten zu verkürzen oder den Umfang von Gesundheitsfragen zu reduzieren.

Variante IV: Niedriges Höchsteintrittsalter

Icon_Content_ChecklisteEin weiteres Instrument zur Steuerung von Risiken in der Sterbegeldversicherung ist das durch den Versicherer festgelegte, maximale Eintrittsalter des Versicherungsnehmers. Je niedriger es angesetzt wird, desto mehr Beiträge werden statistisch betrachtet vereinnahmt. Das ist auf den trivialen Umstand zurückzuführen, dass sie statistische Restlebenserwartung umso größer ist, je jünger eine Person zu einem beliebigen Zeitpunkt ist.

Einige Versicherer haben Tarife konzipiert, bei denen die Beitragszahlungsdauer mit Vollendung des 65. Lebensjahres endet. Bis zu diesem Zeitpunkt muss die vereinbarte Versicherungssumme ganz oder weitgehend durch den Sparanteil eingezahlt worden sein. Bei solchen Tarifen findet sich häufig eine Kombination aus kurzer Wartezeit und moderaten Gesundheitsfragen.

Variante V: Kombination aus I.-IV.

Icon_Content_KonditionenIn der Praxis setzen Versicherer alle vorgenannten Stellschrauben zur Risikosteuerung ein, um zumindest optisch attraktive Tarife zu konstruieren. Wird eine Stellschraube weniger stark angezogen, muss dies an anderer Stelle neutralisiert werden. Eine kurze Wartezeit führt deshalb zu mehr Gesundheitsfragen, niedrigere Beiträge dagegen zu tendenziell mehr Gesundheitsfragen und längeren Wartezeiten bzw. einem geringeren Höchsteintrittsalter.

Die Kalkulation ist entfernt vergleichbar mit der eines Mobilfunkanbieters. Niedrige Minutenpreise gehen tendenziell mit höheren Grundgebühren einher, niedrige Grundgebühren reduzieren die Subventionen für Smartphones und Co. Die Versicherer kalkulieren ihre Tarife nicht willkürlich, sondern berücksichtigen die Konstellation der Konkurrenz und platzieren sich zum Beispiel im Vergleich der Versicherungsprämien pro 1000 € Versicherungssumme etwas günstiger als Wettbewerber. Gemessen an der Wartezeit kann derselbe Tarif dagegen hinter die Konkurrenz zurückfallen.

Für wen lohnt sich eine Sterbegeldversicherung ohne Wartezeit?

Eine Sterbegeldversicherung ohne Wartezeit ist insbesondere für Versicherungsnehmer ohne größere medizinische Vorgeschichte erhältlich und lohnt sich auch primär für genau diese Zielgruppe. Stellt die Gesundheitsprüfung kein Problem dar, müssen weder Wartezeit noch Risikozuschläge in Kauf genommen werden.

Es ist jedoch dringend darauf zu achten, dass die Gesundheitsfragen tatsächlich wahrheitsgetreu und detailliert beantwortet werden. Schon der geringste Zweifel kann im Versicherungsfall zu einer beträchtlichen Verzögerung der Auszahlung an die Angehörigen führen. Im schlimmsten Fall müssen diese zunächst in einen Rechtsstreit mit dem Versicherer treten und/oder sogar ganz auf die Leistung verzichten.

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Für jene, die aus gesundheitlichen Gründen gezielt nach einer Sterbegeldversicherung ohne Wartezeit suchen, lohnen sich diese Policen deshalb in der Regel nicht. Werden Gesundheitsfragen gestellt, verlangen Versicherer die Befreiung behandelnder Ärzte und der zuständigen Krankenkasse von der Schweigepflicht. Versicherungsunternehmen verfügen über ausgefeilte Warnsysteme und bemerken rasch, wenn die Gesundheitsfragen möglicherweise nicht wahrheitsgemäß beantwortet wurden.

Sofern auch nur der geringsten Zweifel an der Annahme des Vertrages bei wahrheitsgemäßer Beantwortung der Gesundheitsfragen bestehen, sollte deshalb ein Tarif mit Wartezeit vorgezogen werden. Versicherungsnehmer sollten dabei auch berücksichtigen, dass die im Antrag gemachten Angaben zum Gesundheitszustand über das Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft auch anderen Versicherungsunternehmen bekannt werden können.

Tarife mit und ohne Gesundheitsfragen: Welche Anbieter lassen sich in die Karten schauen?

Icon_Content_MarktausblickUnterscheiden sich die Tarife mehrerer Versicherer nicht im Hinblick auf die Prämie, sondern auch bei Gesundheitsfragen, Wartezeit und Höchsteintrittsalter, ist der Vergleich ausgesprochen schwierig. Einige Versicherungsunternehmen bieten Tarife sowohl mit als auch ohne Gesundheitsfragen an und ermöglichen dadurch einen hausinternen Kostenvergleich. Interessenten können nachvollziehen, was der Verzicht des Versicherungsnehmers auf die Gesundheitsprüfung im Hinblick auf die laufenden Kosten und die in Kauf zunehmende Wartezeit im Detail bedeutet. Zu diesen Anbietern zählen zum Beispiel der fränkische Lebensversicherer ERGO Direkt. In der Sparte der Sterbegeldversicherung haben Privatkunden die Wahl zwischen einem Tarif mit zwei Gesundheitsfragen und einem Tarif ohne jegliche Gesundheitsprüfung. Der Tarif mit Gesundheitsfragen ist nur erhältlich, wenn beide Fragen mit Nein beantwortet werden können.

Fazit

Icon_Content_FazitSterbegeldversicherungen ohne Wartezeit sind nur in Verbindung mit einer Gesundheitsprüfung erhältlich, da Versicherer den überproportionalen Abschluss von Verträgen durch schwerkranke Kunden verhindern müssen. Wartezeiten ermöglichen Kunden mit medizinischer Vorgeschichte überhaupt erst den Abschluss von Sterbegeldversicherungen ohne horrende Risikozuschläge. Tendenziell geht eine geringere Wartezeit mit mehr Gesundheitsfragen, einem niedriger angesetzten Höchsteintrittsalter und höheren Prämien pro 1000 € Versicherungssummen einher.

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