Wartezeit: Diese Nachteile hat eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen

19. Oktober 2015

Inhaltsverzeichnis

    • Versicherer neutralisieren Risiken an anderer Stelle
  • Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen
  • Gesundheitsfragen sind Risiko für alle mit Vorerkrankungen
  • Vorvertragliche Anzeigepflicht: Zusätzliche Risiken bei Tarifen mit Gesundheitsfragen
  • Wartzeit, Eintrittsalter und Prämien: Wie Versicherer ihre Risiken reduzieren
    • Lohnt sich warten bei früheren, abgeschlossenen Erkrankungen?
  • Als Tarifoption ist der sofortige Unfallschutz sinnvoll
  • Vergleich von Tarifen mit und ohne Gesundheitsfragen
  • Vergleich nicht ausschließlich anhand der Bruttobeiträge
  • Einige Versicherer lassen ihren Kunden die Wahl
  • Fazit

Versicherer neutralisieren Risiken an anderer Stelle

Sterbegeldversicherungen ohne Gesundheitsfragen sind auch bei Vorerkrankungen erhältlich und schützen vor einer Leistungsverweigerung des Versicherers durch eine vorgetragene Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht. Im Gegenzug müssen Versicherungsnehmer ein geringeres Höchsteintrittsalter, höhere Kosten und mehrjährige Wartezeiten in Kauf nehmen.

Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen

bullet_point_check Keine Fragen zu Vorerkrankung und Gesundheitszustand
bullet_point_check Versicherer legen häufig Wartezeiten von mehreren Jahren fest
bullet_point_check Das Höchsteintrittsalter kann niedriger sein
bullet_point_check Die Prämien sind regelmäßig höher
bullet_point_check Kein Risiko für vorvertragliche Pflichtverletzungen
bullet_point_check Bei Wartezeiten gilt oft sofortiger Schutz bei Unfalltod

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Gesundheitsfragen sind Risiko für alle mit Vorerkrankungen

Sterbegeldversicherungen mit Gesundheitsfragen bergen zwei grundsätzliche Risiken. Erstens kann der Versicherer bei im Rahmen der vor Vertragsabschluss erhobenen Daten festgestellten Vorerkrankungen den Vertragsabschluss verweigern. Versicherte müssen dann nicht nur nach einem neuen Versicherer suchen, sondern auch damit rechnen, dass ihre speziellen Risiken an das Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft gemeldet und dort auch für andere Versicherer sichtbar werden.monuta

 

 

Zweitens können vorsätzlich oder fahrlässig unrichtig oder unvollständig beantwortete Fragen zur Leistungsfreiheit des Versicherers führen. Dieser kann sich gemäß § 19 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) dann auf eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht des Versicherungsnehmers berufen und die Leistungen ganz oder teilweise verweigern. Schon vermeintlich kleine Details können den Versicherungsschutz gefährden. Hier gilt: Je detaillierter und umfangreicher die Gesundheitsfragen im Antrag sind, desto größer ist das Risiko für Versicherungsnehmer. Ob die Angaben zu den Gesundheitsfragen korrekt und vollständig sind, wird nicht direkt nach dem Vertragsabschluss, sondern in der Regel erst bei Eintritt des Versicherungsfalls geprüft. Bei einer strittigen Sachlage müssen die Angehörigen des Versicherungsnehmers im schlimmsten Fall einen Rechtsstreit mit dem Versicherer austragen, der sich über Monate oder sogar Jahre hinziehen kann. Die für die Bestattung notwendigen Finanzmittel müssen dann zunächst aus eigenen Mitteln bzw. aus dem Nachlass des Erblassers bestritten werden.

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Vorvertragliche Anzeigepflicht: Zusätzliche Risiken bei Tarifen mit Gesundheitsfragen

Die Rechtfertigung steht im Hinblick auf die Folgen einer vorvertraglichen Pflichtverletzung durch den Versicherungsnehmer klar auf Seiten der Versicherungswirtschaft: Wird im Antrag nach einer bestimmten Vorerkrankung,einer bestimmten Diagnose oder einem Medikament gefragt, müssen die Angaben vollständig und wahrheitsgetreu sein. Schon das Auslassen eines einzigen Medikamentes begründet die Annahme der groben Fahrlässigkeit, da Versicherungsnehmer durch eine entsprechende Anfrage bei ihrem Krankenversicherer jederzeit die zur wahrheitsgemäßen und vollständigen Beantwortung der Fragen notwendigen Informationen einholen können.

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Folglich müssen Versicherungsnehmer alle im abgefragten Zeitraum durch Ärzte erstellten Diagnosen und Berichte schriftlich einholen und auswerten. Dabei ist unbedingt drauf zu achten, dass die nachweisbar vermerkten Diagnosen als Grundlage für die Beantwortung der Gesundheitsfragen herangezogen werden. Mitunter sind Diagnosen und Berichte von Ärzten formal falsch, d.h. anstelle des Verdachts auf eine Erkrankung wird diese Erkrankung als vorliegend ausgewiesen. Schon das allein kann den Versicherungsschutz gefährden.

Wartzeit, Eintrittsalter und Prämien: Wie Versicherer ihre Risiken reduzieren

Icon_Content_RegulierungAus Sicht eines Versicherungsunternehmens ist eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen mit signifikant größeren Risiken verbunden als Policen mit einer Gesundheitsprüfung. Das hat einen intuitiv nachvollziehbaren Grund: Wird ohne jede Einschränkung auf Gesundheitsfragen verzichtet, muss mit dem verstärkten Abschluss der Versicherung durch Kunden gerechnet werden, die das Risiko ihres Ablebens hoch einschätzen (müssen). Selbst sehr hohe Prämien würden Versicherungsnehmer mit entsprechenden Diagnosen nicht vom Abschluss abhalten: Wer bereits weiß, dass der Tod mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 % innerhalb der nächsten drei Jahre eintritt, verspricht sich bzw. seinen Angehörigen auch bei höheren Risikozuschlägen einen nahezu sicheren Gewinn.

Versicherer stehen grundsätzlich drei Stellschrauben zur Verfügung, mit denen solche Klumpen- und Anreizrisiken neutralisiert bzw. finanziert werden können. Zum den  häufigsten tarifären Maßnahmen gehören Wartezeiten. Dabei wird im Versicherungsvertrag vereinbart, dass die vereinbarte Versicherungsleistung erst nach Ablauf von zum Beispiel zwei, drei oder fünf Jahren ausgezahlt wird. Verstirbt der Versicherungsnehmer innerhalb dieser Wartezeit, reduziert sich die Auszahlungssumme auf die bis zu diesem Zeitpunkt eingezahlten Beiträge. Sehr häufig werden  Tarife mit Wartezeit mit einem sofort gültigen Unfallschutz kombiniert: Die vereinbarte Versicherungssumme wird dann auch während der Wartezeit voll ausgezahlt, wenn der Tod nachweislich durch einen Unfall verursacht wurde. Selbst hier gilt es, auf das Kleingedruckte in den Versicherungsbedingungen zu achten: Einige Versicherer verlangen, dass der Tod nach einem Unfall unmittelbar eintritt.

Auch mit einem deutlich verringerten Höchsteintrittsalter können Sterbegeldversicherer ihre Bestandsrisiken reduzieren. Je jünger der Versicherungsnehmer beim Vertragsabschluss ist, desto mehr Einzahlungen wird er statistisch betrachtet bis zum Eintritt des Versicherungsfalls leisten. Bei Versicherungsnehmern unter 60 Jahren ist das statistische Risiko eines baldigen Versterbens relativ gering. Ein niedriges Höchsteintrittsalter allein neutralisiert allerdings nicht die Anreize für Versicherungsnehmer, die von ihrer kurzen, verbleibenden Lebenserwartung bereits wissen.

In der Praxis werden deshalb Wartezeiten und Restriktionen beim Höchsteintrittsalter mit Risikozuschlägen kombiniert. Sterbegeldversicherungen ohne Gesundheitsfragen sind deshalb nicht nur mit einem zumindest anfänglich eingeschränkten Versicherungsschutz, sondern auch mit höheren laufenden Kosten verbunden.

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Lohnt sich warten bei früheren, abgeschlossenen Erkrankungen?

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Versicherungsnehmer mit bereits länger zurückliegenden, vollständig auskurieren Vorerkrankungen sollten die Gesundheitsfragen mehrerer Versicherer im Detail studieren. Üblicherweise bezieht sich der Vorabfragezeitraum je nach Anbieter und Erkrankung auf drei, fünf oder zehn Jahre. Es kann sich lohnen, mit dem Abschluss des Vertrages noch eine gewisse Zeit zu warten, wenn dann bestimmte Angaben nicht mehr gemacht werden müssen. Ein Beispiel: Ein angehender Versicherungsnehmer wurde im Juni 2010 wegen Nierensteinen stationär behandelt. Die Gesundheitsfragen beziehen Nierenerkrankungen explizit mit ein, beschränken sich jedoch auf die letzten fünf Jahre. Wird der Vertrag im Januar 2015 abgeschlossen, muss die Erkrankung genannt werden. Erfolgt der Abschluss dagegen erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2015, kann die Erkrankung folgenlos verschwiegen werden.

Als Tarifoption ist der sofortige Unfallschutz sinnvoll

Icon_Content_VorsorgeSehr viele Sterbegeldversicherungen mit Wartezeit sehen einen sofortigen Unfallschutz ab Beginn des Versicherungsschutzes vor. Vorteilhaft sind grundsätzlich Tarife, bei denen diese Leistung als Option gewählt werden kann. Ist der Einschluss des Unfallschutzes dagegen obligatorisch, müssen manche Versicherungsnehmer zu viel zahlen.

Vor allem jüngere Versicherungsnehmer bis zu einem Alter von 65 Jahren solltengenau hinsehen: häufig besteht bereits ein Unfallschutz über private Unfallversicherungen oder ein weitgehender Unfallschutz durch die Kombination aus gesetzlicher Unfallversicherung und Fahrerunfallversicherung im Zusammenhang mit einem Kfz Schutzbrief.

Es kann sich im Einzelfall lohnen, den Unfallschutz zumindest bis zum Rentenalter neu zu organisieren. Möglich ist etwa die Kündigung des Unfallschutzes beim Kfz Schutzbrief und der Abschluss einer Sterbegeldversicherung mit Wartezeit ohne sofortige Unfallschutz zu einem entsprechend niedrigeren Beitrag. Gleichzeitig kann eine vollständige, private Unfallversicherung mit einer Laufzeit bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters bzw. bis zum Ablauf der Wartezeit der Sterbegeldversicherung abgeschlossen werden. Senioren erhalten in der Unfallversicherung in der Regel relativ günstige Tarife, da das statistische Risiko für Unfälle im fortgeschrittenen, aber noch nicht hohen Lebensalter überschaubar ist.

Vergleich von Tarifen mit und ohne Gesundheitsfragen

Wird eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen mit einem Tarif mit Gesundheitsprüfung verglichen, darf sich der Vergleich keinesfalls nur auf die Bruttobeiträge pro 1000 € Versicherungssumme beziehen. Das hieße, Äpfel mit Birnen zu vergleichen: der Tarif ohne Gesundheitsfragen weist ein anderes Absicherungsprofil auf als der Tarif mit Gesundheitsprüfung. Tarife mit Gesundheitsfragen sind in aller Regel deutlich günstiger, verzichten jedoch auf eine Wartezeit bzw. setzen diese deutlich kürzer an.


Unter ansonsten identischen Bedingungen bemessen sich die Zusatzkosten eines Tarifs ohne Gesundheitsfragen an der Beitragsdifferenz zu einem Tarif mit Gesundheitsfragen und der zeitlichen Differenz zwischen den beiden Wartezeiten. Versicherungsnehmer können die Prämien bis zum Erreichen des 85. Lebensjahres kontrollieren und durch die Anzahl der Jahre dividieren, in denen vollständiger Versicherungsschutz besteht. Diese Vorgehensweise ermöglicht einen relativ aussagekräftigen Kostenvergleich.

Vergleich nicht ausschließlich anhand der Bruttobeiträge

Icon_Content_VergleichDer Kostenvorteil des Tarifs mit Gesundheitsfragen fällt dann in der Regel größer aus als bei einem  Vergleich der jährlichen Bruttobeiträge pro 1000 € Versicherungssumme. Der Tarif mit längerer Wartezeit birgt ein weiteres Risiko: Tritt der Versicherungsfall ausgerechnet während der Wartezeit ein, gehen die Angehörigen leer aus. Dieses Risiko muss zusätzlich zu den höheren Kosten berücksichtigt werden. Im Gegenzug entfällt das Risiko eines nachträglich widerrufenen Versicherungsschutzes durch den Versicherer aufgrund vorvertraglicher  Pflichtverletzungen. Zudem müssen bestehende Vorerkrankungen nicht bekannt gegeben und damit dem Hinweisinformationssystem der Versicherungswirtschaft offenbart werden.

Einige Versicherer gestalten Tarife ohne Gesundheitsfragen grundsätzlich anders und werben zum Beispiel mit Beitragsfreistellung bereits zum 65. statt zum 85. Lebensjahr. Das bedeutet nichts anderes, als dass der wesentliche Teil der Versicherungssumme bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters eingezahlt werden muss. Mitunter finden sich darunter auch Tarife, bei denen nur ein Teil der Versicherungssumme tatsächlich garantiert ist ein anderer Teil auf einen unverbindlichen, aus der Überschussbeteiligung zu finanzierenden Bonus entfällt.

Einige Versicherer lassen ihren Kunden die Wahl

Icon_Content_VerbrauchertippsEin Problem beim Vergleich von Tarifen mit und ohne Gesundheitsfragen besteht generell darin, dass längst nicht alle Versicherer ihren Kunden beide Optionen anbieten. Dann müssen im Vergleich auch die spezifischen Zusatzleistungen jedes Versicherers berücksichtigt werden, was mangels exakter Quantifizierbarkeit in der Praxis kaum möglich ist.

Einige Versicherer führen Sterbegeldversicherungen sowohl mit als auch ohne Gesundheitsfragen im Portfolio. Zu diesen nach wie vor relativ wenigen Anbietern zählt zum Beispiel der Lebensversicherer ERGO Direkt. Der Tarif mit Gesundheitsfragen beschränkt sich auf zwei Fragen und bleibt damit am unteren Ende der Bandbreite dessen, was bei Sterbegeldversicherungen marktüblich ist. Der Tarif ohne Gesundheitsfragen ist für jedermann abschließbar, sieht aber eine längere Wartezeit mit sofortigem Unfallschutz vor. Der Unfallschutz ist allerdings obligatorisch und kann nicht als Tarifoption gebucht werden. Die Tarife unterscheiden sich im Hinblick auf das Höchsteintrittsalter und einige weitere Vertragsdetails.

Fazit

Icon_Content_FazitEine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen ist auch bei bereits diagnostizierten Vorerkrankungen für jedermann erhältlich und eliminiert das Risiko einer Auseinandersetzung zwischen Angehörigen und dem Versicherer wegen einer vorvertraglichen Anzeigepflicht. Die Policen können unkompliziert abgeschlossen werden, sind aber in der Regel signifikant teurer als Verträge mit Gesundheitsfragen. Das kaschieren die Versicherer häufig durch längere Wartezeiten, und ein geringeres Höchsteintrittsalter.

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