Was kostet eine Sterbegeldversicherung im Monat?

19. Oktober 2015

Inhaltsverzeichnis

    • Typische Prämienhöhen und ihre Zusammensetzung
  • So setzen sich die Kosten einer Sterbegeldpolice zusammen
  • Risikokosten und Sparanteil
  • Vertriebs- und Verwaltungskosten
  • Nettobeitrag und Bruttobeitrag: Wie hoch ist die Überschussbeteiligung?
  • Schlussbonus bei planmäßigem Ablauf
  • Das Eintrittsalter und die Versicherungsprämie
  • Rechenbeispiel: Eintritt mit 55, 65 und 75 Jahren
  • Verzicht auf Gesundheitsfragen nur gegen Risikozuschläge
  • Beispiele für monatliche Kosten einer Sterbegeldversicherung
  • Fazit

Typische Prämienhöhen und ihre Zusammensetzung

Die monatlichen Kosten einer Sterbegeldversicherung richten sich nach der vereinbarten Versicherungssumme, dem Eintrittsalter des Versicherten, der Strenge der Gesundheitsprüfung und möglichem Wartezeiten bis zum Inkrafttreten des vollständigen Versicherungsschutzes. Für den Nettobeitrag sind außerdem die Überschussbeteiligungen des Versicherers relevant.

So setzen sich die Kosten einer Sterbegeldpolice zusammen

bullet_point_check Prämie enthält Sparanteil und Risikoanteil
bullet_point_check Sparanteil fließt in den Deckungsstock
bullet_point_check Risikoanteil sichert frühen Tod ab
bullet_point_check Nettobeitrag = Bruttobeitrag abzüglich Überschussbeteiligung
bullet_point_check Je niedriger das Eintrittsalter, desto niedriger der Beitrag
bullet_point_check Risikozuschläge bei Verzicht auf Gesundheitsfragen

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Sterbegeldversicherungen sind ihrem Prinzip nach Kapitallebensversicherungen: Ein Teil der Prämie fließt in den Deckungsstock des Versicherers und dient dem Aufbau eines Kapitalstocks, ein anderer Teil finanziert den Todesfallschutz. Rechnerisch sinkt der Risikoanteil an der Prämie im Laufe der Zeit, weil ein zunehmend größerer Teil der Versicherungssumme bereits auf dem Vertragskonto des Versicherungsnehmers zur Verfügung steht.

Risikokosten und Sparanteil

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Was kostet eine Sterbegeldversicherung im Monat und wie setzen sich die Kosten zusammen?Für das Verständnis der Kostenstruktur von Sterbegeldversicherungen ist der Risikoanteil entscheidend, da dieser sich von dem einer gewöhnlichen Kapitallebensversicherung unterscheidet. Konventionelle Kapitallebensversicherungen werden mit einem Risikoschutz bis zum 65. bzw. 67. Lebensjahr ausgestattet. Der überwiegende Teil der Versicherungsnehmer erlebt dieses Alter, sodass der Versicherer den Todesfallschutz nicht einlösen muss. Bei Sterbegeldversicherungen verhält es sich anders: Hier gilt der Todesfallschutz entweder lebenslang oder bis zu einem sehr hohen Lebensalter von zum Beispiel 95 oder 102.

Ein lebenslanger Todesfallschutz ist gleichbedeutend mit einer 100-prozentigen Eintrittswahrscheinlichkeit des Versicherungsfalls. Solche Versicherung sind als Kombination von Risikopolice und Sparvertrag darstellbar, wie es bei Sterbegeldversicherungen der Fall ist. Der Versicherungsnehmer schließt ein Sparvertrag ab, mit dem die Versicherungssumme angespart wird. Der Risikoschutz dient dazu, die Summe auch für den Fall eines Ablebens während der Ansparzeit abzusichern.

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Vertriebs- und Verwaltungskosten

Nicht die gesamten Einzahlungen in eine Sterbegeldversicherung werden dem Vertragskonto gutgeschrieben. Versicherer ziehen ihre Verwaltungskosten ab. Darüber hinaus werden die Abschlusskosten in den ersten fünf Vertragsjahren abgezogen. Die Verwaltungskostenquote – das ist der Prozentsatz der Verwaltungskosten an den durch einen Versicherer vereinnahmten Bruttoprämien – variieren zwischen den deutschen Lebensversicherern sehr stark. Im Durchschnitt gaben Lebensversicherer für das Jahr 2012 eine Verwaltungskostenquote von 2,4 % an. Im Jahr 2001 lag diese Quote noch bei 3,48 %, 1985 sogar noch bei mehr als 6 %.

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Der Branchenverband GDV macht noch eine weitere Rechnung auf: Gemessen an den verwalteten Vermögen erreichten die Verwaltungskosten vor dem Jahr 2013 demnach einen Wert von 0,24 %. Der Verband teilt dazu mit: „Bei den Verwaltungskosten setzte sich der Trend der letzten Jahre fort: Die Verwaltungskostenquote, bei der die Kosten ins Verhältnis zu den gebuchten Brutto-Beiträgen gesetzt werden, verringerte sich auf 2,3 Prozent (Vorjahr: 2,4 Prozent). Im Jahr 1985 hatte diese Quote noch bei über 6 Prozent gelegen. Noch deutlicher fällt der Rückgang bei den Verwaltungskosten aus, wenn diese – wie es etwa bei Investmentfonds üblich ist – ins Verhältnis zu dem von den Lebensversicherern verwalteten Kapital gesetzt werden. Gemessen am Kapitalanlagebestand betrugen die Verwaltungskosten der Lebensversicherer 2013 nur noch 0,24 Prozent. 1985 lag diese Quote vier Mal so hoch.“

Die Verwaltungskosten der meisten Versicherer sind in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken, was zum einen auf Effizienzgewinne durch IT, zum anderen durch Fusionen innerhalb der Branche und den deutlich wachsenden Anteil des Onlinegeschäfts zurückzuführen ist. Allzu deutlich dürften die Kosten allerdings nicht mehr sinken: seit dem Jahr 2010 war die Verwaltungskostenquote nur noch marginal rückläufig.

STATISTIK:

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Nettobeitrag und Bruttobeitrag: Wie hoch ist die Überschussbeteiligung?

Die meisten Versicherer und auch ein großer Teil der im deutschsprachigen Internet aktiven Vergleichsportale gibt die Prämien zu Sterbegeldversicherungen als Nettobeiträge an. Der Nettobeitrag ist der Bruttobeitrag abzüglich der laufenden Überschussbeteiligung, die bei einer entsprechenden Vereinbarung sofort verrechnet wird. Die Überschussbeteiligung ist ebenso wie der Garantiezins Bestandteil der Gesamtverzinsung, anders als der Garantiezins wird sie jedoch nicht garantiert. Die Höhe der Überschussbeteiligung wird durch den Versicherer in jedem Geschäftsjahr neu deklariert und hängt unter anderem von den Erträgen ab, die der Versicherer mit seinem Deckungsstock am Kapitalmarkt erzielt.

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Mit dem Abschluss der Versicherung ausschließlich mit dem Nettobeitrag kalkuliert, können die Kosten letztlich deutlich höher ausfallen als zunächst gedacht. Es ist insbesondere der Fall, wenn die Überschussbeteiligung sich rückblickend als deutlich niedriger erweisen sollte als zunächst angenommen. Versicherungsnehmer sollten darüber hinaus berücksichtigen, dass die sofortige Beitragsrechnung eine deutlich über die vereinbarte Versicherungssumme hinausgehende Ablaufleistung der Police ausschließt. Dadurch entfällt auch die Inflationsschutzwirkung der Überschussbeteiligung.

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Schlussbonus bei planmäßigem Ablauf

Icon_Content_GebuehrenLäuft eine Sterbegeldversicherung planmäßig ab, wird die Versicherungssumme inklusive Überschussbeteiligungen und Schlussbonus an den Versicherungsnehmer bzw. seine Hinterbliebenen ausgezahlt. Der Schlussbonus resultiert aus Rückstellungen, die Versicherer mit einem Teil der erwirtschafteten Überschüsse bilden. Wird die Versicherung vorzeitig gekündigt, entfällt der Bonus.

Lebensversicherer neigen bei der Kalkulation ihrer Tarife dazu, die Rückkaufswerte und Überschussbeteiligungen während der Laufzeit niedriger anzusetzen als möglich und zugleich höhere Reserven zu bilden. Diese müssen nur an die Versicherungsnehmer ausgeschüttet werden, die ihren Vertrag tatsächlich bis zum Ende durchhalten. Ein erheblicher Teil der Kunden kündigt jedoch vorzeitig – zumindest bei klassischen Lebensversicherungen. Separate Erhebungen für Sterbegeldversicherungen gibt es nicht. Das „Handelsblatt“ berichtete unter Berufung auf den Branchendienst Franke & Bornberg, im Jahr 2010 seien Verträge mit einem Ablaufvolumen von 13,1 Mrd. € gekündigt worden – ein Drittel der im selben Jahr fälligen Ablaufleistung bei Erleben.

Das Eintrittsalter und die Versicherungsprämie

Ein typischer Sterbegeldversicherungstarif sieht Beitragszahlungen bis zum Erreichen des 85. Lebensjahres vor. Danach ist der Versicherungsnehmer lebenslang (oder bis zum Erreichen eines außergewöhnlich hohen Lebensalters) beitragsfrei versichert. Die beitragsfreie Versicherungszeit resultiert im Wesentlichen aus dem Umstand, dass zu diesem Zeitpunkt die gesamte Versicherungssumme auf dem Vertragskonto angespart wurde und der Versicherer somit kein Risiko mehr trägt.

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Das Eintrittsalter des Versicherungsnehmers spielt in der Kalkulation der Prämien deshalb eine gewichtige Rolle. Je jünger der Versicherungsnehmer ist, desto länger ist die Distanz bis zum 85. Lebensjahr und desto mehr Beiträge werden statistisch in den Vertrag eingezahlt. Die Bruttobeiträge sind deshalb umso niedriger, je früher der Vertrag abgeschlossen wird.

Der konkrete Einfluss des Eintrittsalters auf die monatliche Versicherungsprämie soll anhand eines Beispiels verdeutlicht werden. Die „HanseMerkur“ bietet mit dem Tarif „Senior Care Sterbegeld“ eine bis zum Höchstalter von 75 Jahren abschließbare Police an.  Der Tarif sieht den Verzicht des Versicherers auf Gesundheitsfragen, eine dreijährige Wartezeit mit sofortigem Unfallschutz und Beitragszahlungen bis zur Vollendung des 85. Lebensjahres vor.

Rechenbeispiel: Eintritt mit 55, 65 und 75 Jahren

  • Monatliche Prämie ab 55: 27,10 €
  • Monatliche Prämie ab 65: 41,16 €
  • Monatliche Prämie ab 75: 68,88 €

Im Mai 2015 belief sich der Bruttobeitrag für eine Versicherungssumme von 7.500 € beim Vertragsabschluss mit 55 Jahren auf 27,10. Die Summe der Beiträge bis zum 85. Lebensjahr betrug gemessen daran 9.756 €. Wurde der Vertrag im Alter von 65 Jahren abgeschlossen, belief sich die monatliche Prämie auf 41,16 €, die kumulierten Beitragszahlungen bis zur Beitragsfreistellung laut Vertrag erreichten somit 9878,4 €. Beim Vertragsabschluss mit 75 Jahren erreichte die Prämie 68,88 € pro Monat bzw. 8265,60 € über die Gesamtlaufzeit.

Die monatlichen Beiträge liegen bei Abschluss des Vertrags im Alter von 75 somit 2,5mal so hoch wie bei einem 20 Jahre früheren Abschluss. Die kumulierten Gesamtkosten bis zum Erreichen der Beitragsfreistellung fallen dagegen in allen drei Szenarien ähnlich hoch aus. Das dürfte auf die dreijährige Wartezeit zurückzuführen sein, während der nur sehr wenige 55jährige Neukunden, aber schon relativ viele 75jährige Kunden versterben und lediglich die bis zu diesem Zeitpunkt eingezahlten Beiträge zurückerhalten.

Verzicht auf Gesundheitsfragen nur gegen Risikozuschläge

Einige Versicherer konfrontieren Antragsteller mit umfangreichen Fragebögen zum Gesundheitszustand, andere verzichten ganz darauf. Die Annahmekriterien eines Versicherers bzw. für einen bestimmten Tarif entscheiden maßgeblich über die Kosten. Nimmt ein Versicherer jeden Antragsteller ohne weiteres Ansehen seines Gesundheitszustandes auf, fallen im Gegenzug die Prämien höher aus. Zudem müssen Versicherungsnehmer Wartezeiten von durchaus mehreren Jahren in Kauf nehmen.

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Wird ein Tarif mit Gesundheitsprüfung gewählt, müssen die Gesundheitsfragen unbedingt wahrheitsgetreu und vollständig beantwortet werden. Ansonsten droht bei Eintritt des Versicherungsfalls die Zahlungsverweigerung des Versicherers. Diesem steht bei grob fahrlässig oder vorsätzlich falsch beantworteten Fragen gemäß Paragraf 19 VVG ein Rücktrittsrecht zu. Der Versicherer bleibt dann ganz oder teilweise leistungsfrei.

Beispiele für monatliche Kosten einer Sterbegeldversicherung

Icon_Content_KonditionenWas kostet eine Sterbegeldversicherung im Monat? Nachfolgend sind einige Tarifbeispiele für den Abschluss von Sterbegeldversicherungen im Mai 2015 aufgeführt. Bei der Auswahl wurden unterschiedliche Tarifmerkmale berücksichtigt: Unter den Beispielen finden sich Sterbegeldversicherungen mit und ohne Wartezeit bzw. Gesundheitsfragen und mit unterschiedlichem Eintrittsalter. Zur besseren Vergleichbarkeit sind ausschließlich Bruttobeiträge ohne sofortige Verrechnung der Überschussanteile aufgeführt.

  • ERGO Direkt, 7.500 €, Eintritt mit 55 Jahren, mit Gesundheitsfragen, beitragsfrei ab 85. Lebensjahr, drei Jahre Wartezeit – 32,10 €
  • Debeka, 10.000 €. Eintritt mit 50 Jahren, beitragsfrei ab 67. Jahren, mit Gesundheitsfragen, ohne Wartezeit 45,79 €
  • Ideal Versicherung, 7.500 €, Eintritt mit 50 Jahren, keine Gesundheitsfragen, 18-36 Monate Wartezeit, beitragsfrei ab 85 Jahren, 28,03 €

Fazit

Icon_Content_FazitWas kostet eine Sterbegeldversicherung im Monat? Die Prämien  richten sich nach der Versicherungssumme, dem Eintrittsalter, dem Alter der Beitragsfreistellung, dem Umfang der Gesundheitsprüfung und der vertraglich vereinbarten Wartezeit. Für 55jährige Versicherungsnehmer sind Tarife ohne Gesundheitsfragen zu monatlichen Kosten von knapp über 30€ bei diversen Anbietern erhältlich.

Die Kosten lassen sich durch die Vereinbarung einer sofortigen Verrechnung der Überschussanteile um 10-25% reduzieren. Allerdings entfällt dann auch die über die Versicherungssumme hinausgehende Auszahlung an die Angehörigen. Weiteres Einsparpotenzial von bis zu 5% bietet die Vereinbarung einer jährlichen Zahlungsweise.

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