Wie hoch sollte die Sterbegeldversicherung sein?

19. Oktober 2015

Sterbegeldversicherungen werden zu einem denkbar konkreten Zweck abgeschlossen: Die Angehörigen sollen von den finanziellen Belastungen einer Beisetzung verschont werden. Doch wie hoch sollte die Versicherungssumme angesetzt werden, wenn Preissteigerungen bei Bestattungsdienstleistungen und realistische Überschussbeteiligungen berücksichtigt werden?

Inhaltsverzeichnis

  • Sterbegeld: Angemessene Versicherungssumme ermitteln
  • Kosten für Trauerfeier und Beisetzung – Richtwerte von ca. 4.000-6.000 €
  • Anonyme Bestattung im Ausland oder Familienbaum?
  • Bestattung selbst planen oder den Angehörigen überlassen?
  • Noch ein langes Leben: Was kostet eine Bestattung in der Zukunft?
  • 80 % Inflation in 20 Jahren sind möglich
  • Überschüssige Auszahlungen gehören den Erben
  • Option: Vertrag mit Preisgarantie beim Bestatter
  • Fazit

Sterbegeld: Angemessene Versicherungssumme ermitteln

bullet_point_check Schritt I: Absehbare Kosten der Bestattung ermitteln
bullet_point_check Schritt II: Preissteigerungen bis zum Todesfall einkalkulieren
bullet_point_check Schritt III: Garantierte Leistung und Überschussbeteiligung berechnen
bullet_point_check Schritt IV: Sicherheitspuffer berücksichtigen
bullet_point_check Option: Verträge mit Preisgarantie

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Wenn schon eine Sterbegeldpolice abgeschlossen wird, sollte der Vertrag die Angehörigen im Trauerfall auch vollständig entlasten. Doch wie hoch sollte die Sterbegeldversicherung sein, damit alle bei sorgfältiger Planung zu erwartenden Kosten abgedeckt sind und das restliche Erbe den Hinterbliebenen zur freien Verfügung steht?

Kosten für Trauerfeier und Beisetzung – Richtwerte von ca. 4.000-6.000 €

Icon_Content_GebuehrenDie Stiftung Warentest untersuchte im Jahr 2004 die durchschnittlichen Kosten einer Bestattung und ermittelte einen durchschnittlichen Wert von 4.500 €. Die Verbraucherschützer bezogen sich damals auf Angaben der Verbraucherinitiative  Bestattungskultur „Aeternitas“. Der eingetragene Verein aus Königswinter stellt im Rahmen seines Internetauftritts weiterführende Informationen rund um den Todesfall zur Verfügung und listet auch die Kosten für einzelne Leistungen auf. Gleichwohl geht auch Aeternitas von einer großen Bandbreite aus.

So heißt es: „Sie können im Durchschnitt mit 6.000 Euro Gesamtkosten für eine Bestattung rechnen – ohne die spätere Grabpflege. Die Bandbreite ist allerdings immens und reicht von der einfachsten anonymen Billigbestattung für knapp 1.000 Euro bis zu Summen in Höhe von mehreren 10.000 Euro. Bedenken Sie, dass sich die Preise von Ort zu Ort stark unterscheiden können und dass die Gesamtsumme immer von Qualität und Umfang der gewünschten Leistungen abhängt.“

Anonyme Bestattung im Ausland oder Familienbaum?

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Die Bandbreite der möglichen Leistungen reicht von den Angeboten bundesweiter „Bestattungs-Discounter“ bis hin zu hochpreisigen Bestattungen. Sehr billige Anbieter fahren den Leichnam bzw. die Asche eines Verstorbenen häufig ins benachbarte Ausland und nehmen dort eine anonyme Bestattung vor. Sehr teure Bestattungen sehen z. B. einen Familienbaum mit mehreren Urnen und Nutzungsrechten über 50 Jahre vor.

Unbedingt zu beachten sind regionale Unterschiede. Dabei gilt nicht zwingend  die aus anderen Bereichen der Wirtschaft bekannte Schere zwischen Nord und Süd bzw. Ost und West. So gelangte eine Erhebung des Branchendienstes Bestattungen.de zu dem Ergebnis, dass die Eigenleistungen der Bestatter in Sachsen-Anhalt am höchsten und in Mecklenburg-Vorpommern am niedrigsten sind. Die Eigenleistungen der Bestatter sind allerdings nur für einen  Bruchteil der Kosten einer Beerdigung verantwortlich. Mindestens ebenso bedeutend sind die Friedhofsgebühren. Vor allem die Nutzungsgebühren für kommunale Friedhöfe sind in den vergangenen Jahren durch einige Städte deutlich erhöht worden.

Sterbegeld Anbieter unter der Lupe: In unserem Vergleich

Bestattung selbst planen oder den Angehörigen überlassen?

Wie hoch sollte eine Sterbegeldversicherung sein? Um die Angehörigen wirksam vor einer Überforderung zu schützen, sollten Versicherungsnehmer schon vor dem Abschluss einer Sterbegeldversicherung die abzusehenden Kosten ermitteln und die Versicherungssumme daran bemessen. Dazu sollte eine regionaler Preisvergleich für Bestattungen durchgeführt werden. Das ist anhand verschiedener Datenbanken ebenso möglich wie durch das Einholen von Kostenvoranschlägen bei verschiedenen Anbietern – was auch zu Lebzeiten problemlos möglich ist.

bestattungskosten

 

Nicht nur für die Ermittlung einer angemessenen Versicherungssumme spricht vieles dafür, die Bestattung und das damit verbundene Rahmenprogramm zumindest in groben Umrissen bereits zu Lebzeiten zu planen. Das entlastet die Angehörigen, die sich keine Gedanken über die möglichen Wünsche des Verstorbenen machen und untereinander nicht um angemessene Kosten streiten müssen. Zu Lebzeiten lässt sich das Programm noch selbst bestimmen!

Bei der Planung ist zunächst zu berücksichtigen ob eine Erd- oder Feuerbestattung oder eine alternative Bestattungsmethode (Seebestattung, Himmelbestattung, anonyme Bestattung etc.) gewünscht ist. Dann ist festzulegen, ob ein einfacher oder ein teurerer Sarg gewünscht ist, ob ein Grabstein benötigt wird, ob ein Einzel- oder Familiengrab gewünscht ist und wie umfangreich der Grabschmuck ausfallen soll. Ferner sind die Trauerfeier inklusive Grabrede und Leichenschmaus bzw. Beerdigungskaffee, Todesanzeigen in der Zeitung etc. zu planen.

Noch ein langes Leben: Was kostet eine Bestattung in der Zukunft?

Wurde ein angemessener Kostenrahmen ermittelt, sollte die Versicherungssumme der Sterbegeldversicherung mindestens diese Höhe erreichen. Insbesondere wenn mit dem Versicherer eine sofortige Beitragsverrechnung vereinbart wird, muss auch ein Inflationsschutz berücksichtigt werden. Dieser muss umso größer ausfallen, je jünger der Versicherungsnehmer beim Abschluss der Versicherung noch ist. Schließlich steigen auch die Preise für Bestattungsdienstleistungen, Friedhofsgebühren etc. im Zeitverlauf an.

Dazu ein einfaches Rechenbeispiel. Der Versicherungsnehmer schließt im Alter von 65 Jahren eine Sterbegeldversicherung mit einer Versicherungssumme in Höhe von 7500 € ab und verstirbt nach der Vollendung des 85. Lebensjahres, somit 20 Jahre nach dem Vertragsabschluss. Da die sofortige Beitragsverrechnung vereinbart wurde, beschränkt sich die Ablaufleistung der Versicherung auf die garantierte Summe sowie den relativ geringen Schlussbonus. Insgesamt werden 7800 € ausgezahlt, da alle Überschussbeteiligungen bereits mit den laufenden Prämien verrechnet wurden.

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80 % Inflation in 20 Jahren sind möglich

Seit dem Vertragsabschluss sind jedoch die Preise für Bestattungen und damit zusammenhängende Dienstleistungen jedes Jahr durchschnittlich um 3 % gestiegen. Im Laufe von 20 Jahren ergab sich daraus ein Preisanstieg in Höhe von insgesamt knapp 81 %, so dass nun ca. 13.550 € für die Bestattung im geplanten Rahmen notwendig sind. Abzüglich der ausgezahlten Versicherungsleistung verbleibt für die Hinterbliebenen ein Kostenblock in Höhe von 5750 €, der nicht durch die Sterbegeldversicherung abgedeckt ist.

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Der Verzicht auf die Berücksichtigung einer angemessenen Inflationsrate gehört zu den häufigsten Fehlern bei der Bestattungsvorsorge. Es bringt wenig, bereits in vglw. jungen Jahren für die eigenen Beerdigungskosten vorzusorgen und dabei die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eintretenden Preissteigerungen der Zukunft zu ignorieren. Die im obigen Rechenbeispiel unterstellte Geschwindigkeit der Teuerung keinesfalls zu hoch angesetzt, auch wenn die jährliche Preissteigerung von 3 % den Anstieg der Verbraucherpreise in den vergangenen Jahren übersteigt.

Überschüssige Auszahlungen gehören den Erben

Icon_Content_KuendigungErstens sind die allgemeinen Verbraucherpreise kein sinnvoller Gradmesser für die Preisentwicklung einer bestimmten Dienstleistung. Zweitens entfällt ein wesentlicher Teil der Kosten auf Friedhofsgebühren, die zum Teil durch die Kommune festgelegt werden und dadurch deutlichen Erhöhungen aufgrund von politischen Entscheidungen ausgesetzt sind. Drittens könnten Inflationsraten langfristig deutlich steigen, da der öffentliche Schuldenstand bekanntermaßen hoch ist.

Übersteigt die ausgezahlte Versicherungssumme die durch die Erben zu tragenden Bestattungskosten, fließt die Differenz den Erben zu. Anders als bei der Aufteilung der Bestattungskosten ist aber die Berücksichtigung der Erbanteile jedes einzelnen Erben möglich. Erbt  eine Person nur den Pflichtteil, entfällt auch nur ein entsprechender Anteil des nicht benötigen Betrages aus der Sterbegeldversicherung auf diesen Erben.

Eindeutig zu hoch angesetzte Versicherungssummen sind allerdings nicht sinnvoll, da ein wesenttlicher Teil der Prämien für den Risikoschutz aufgewendet werden muss. Versicherungsnehmer sollten es dem guten Willen nicht übertreiben und etwaige Pläne zur Ersparnisbildung zugunsten der Erben mit anderen Anlageformen umsetzen, die eine geringere Kostenquote und eine bessere Ertragsentwicklung versprechen.

Option: Vertrag mit Preisgarantie beim Bestatter

Icon_Content_SicherheitEinige Sterbegeldversicherer kooperieren mit Bestattungsunternehmen. Wird zusammen mit der Versicherung ein verbindlicher Vertrag bei dem Bestatter abgeschlossen, werden dafür Rabatt auf die Dienstleistung oder Preisgarantien versprochen. Hier ist ein Blick ins Kleingedruckte unerlässlich.

Erstens muss geklärt werden, auf welche Bestandteile der Leistung sich die Preisgarantie bezieht. Bezieht sich ausschließlich auf die Eigenleistungen des Bestatters, können die Gesamtkosten der Beisetzung dennoch deutlich ansteigen – etwa infolge steigender Friedhofsgebühren oder höherer Preise für externe Dienstleistungen.

Zweitens sollte klar sein, was im Fall einer Insolvenz des Bestattungsdienstleisters mit der Versicherungssumme geschieht. Die Versicherungssumme darf keinesfalls in die Insolvenzmasse einfließen. Die Versicherungsbedingungen soll stattdessen vorsehen, dass bei der Insolvenz des Bestattungsdienstleisters die reguläre Versicherungssumme an den Versicherungsnehmer ausgezahlt wird und dass dafür keine Abzüge fällig werden.

Fazit

Icon_Content_FazitWie hoch sollte eine Sterbegeldversicherung sein? Die angemessene Versicherungssumme hängt maßgeblich von dem Rahmen der geplanten Bestattung ab. Als Richtwert für eine durchschnittliche Bestattung sind 6000 € angemessen, wobei die Bandbreite bei knapp unter 2000 € beginnt und im mittleren fünfstelligen Bereich endet.  Versicherungsnehmer sollten mögliche Preissteigerungen bis zu ihrem Ableben berücksichtigen, um Hinterbliebene auch zuverlässig vor hohen Kosten zu schützen. Sterbegeldversicherungen mit Preisgarantie bei einem Bestatter können sinnvoll sein, wenn dadurch keine zusätzlichen Risiken in Kauf genommen werden müssen.

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